Newsticker

Dienstag, 30. November 2010

Terroristen in Torschlusspanik, weil November fast schon vorbei ist

Berlin (dpo) - Schock für Terroristen in ganz Deutschland! Nach einem Blick auf den Kalender wurde ihnen heute klar, dass sie die für November versprochenen Anschläge kaum noch fristgerecht liefern können.
"Als Thomas de Maizière am 17. November ankündigte (Der Postillon berichtete), er erwarte einen Anschlag bis Ende November, dachte ich, das hat noch jede Menge Zeit", rechtfertigte sich ein Schläfer in seiner Berliner Wohnung heute morgen. "Sie wissen ja, wie das ist. Man hat Termine und denkt sich: Nächste Woche kann ich mir auch noch einen Sprengstoffgürtel umschnallen und mich in einer nichtsahnenden Menschenmenge in die Luft jagen. Die laufen einem ja nicht davon."
Andere Terroristen schieben ihre Unpünktlichkeit auf den plötzlichen Wintereinbruch. "Haben Sie eine Ahnung, wie warm es in dem Land ist, aus dem ich ursprünglich komme?", fragte ein vom Postillon auf die Verspätung angesprochener Dschihadist aus Hamburg und kündigte an, dass es vor März oder April zumindest mit ihm keinen Terror geben wird.
Andere Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet wiederum versprachen, man werde trotz der Verspätung immer noch am ursprünglichen Plan festhalten. Immerhin habe man am Mittwoch, dem 31. November, ja noch den ganzen Tag Zeit für einen Anschlag.
ssi; Foto rechts (Muhammad ud-Deen, CC-3.0): Verschiebt gern auf morgen, was er heute kann besorgen: Berliner Terrorist; Foto links: Vom Wintereinbruch überrascht: Dschihadist aus Hamburg.

Mehr zur neuen Bedrohungslage im Postillon-Archiv:
Osama bin Laden warnt Terroristen vor deutschen Weihnachtsmärkten
Drahtzieher von Bombenattrappenattentat gefasst
Graumelierter Terrorist mit Brille versetzt Deutschland in Angst und Schrecken

Newsticker (120)

++++ Endlich trocken: Alkoholiker trinkt keine lieblichen Weine mehr ++++
++++ Ideal für Attentäter: Papst gilt als unverfehlbar ++++
++++ Ohral: Gehörgangbang führt zu heftiger Trommelfellatio ++++
++++ Unfreundlich: DJ legt während des Gesprächs einfach auf ++++
ssi, ttb (#4)

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Montag, 29. November 2010

Nachgefragt: Was sagen deutsche Politiker zu den jüngsten WikiLeaks-Enthüllungen?

Washington, Berlin (dpo) - Die diplomatischen Depeschen, die am Sonntagabend von Wikileaks sowie in der New York Times, dem britischen Guardian, Le Monde, El Pais und dem Spiegel mit Spiegel Online veröffentlicht wurden, sorgen aktuell für großen Wirbel. Als einziges großes Lightmedium*, das die E-Mail von WikiLeaks versehentlich nicht geöffnet hat, muss der Postillon jetzt eben die Betroffenen fragen, was sie von den jüngsten Enthüllungen halten:

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu der Behauptung, sie scheue das Risiko, sei "selten kreativ" und alles perle an ihr ab wie an Teflon:
"Dazu fällt mir nichts ein, aber es ist mir ohnehin egal, was die sagen. "

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zu der Aussage, seine Gedanken hätten "wenig Substanz", er sei "inkompetent, eitel, amerikakritisch" und "aggressiv":
"Was erlauben sich die Drecksamis eigentlich? Die sind wohl neidisch auf mein gutes Aussehen! Ich fordere, dass wir sofort Truppen in Richtung der deutsch-amerikanischen Grenze bewegen."
Foto: Dirk Vorderstraße, CC-3.0.

Horst Seehofer (CSU) über die Behauptung, er sei ein "unberechenbarer Politiker mit beschränktem Horizont" und "außenpolitisch weitgehend ahnungslos":
"Ich bin stinksauer! Was kann ich denn dafür, dass die Alpen ständig im Weg sind? Ich werde aus Rache sofort ein paar Türken ausweisen und dem amerikanischen Botschafter zum Dank einen Korb mit ausgesuchten bayrischen Wurstspezialitäten schicken."

Dirk Niebel (FDP) darüber, er sei eine "schräge Wahl" als Entwicklungshilfeminister:
"Keine Ahnung, was die für ein Problem haben. Etwa weil ich das Ministerium eigentlich abschaffen wollte oder glaube, dass die Privatwirtschaft am besten geeignet ist, der dritten Welt zu helfen? Dabei habe ich einen exzellenten Draht zu den Negern. Das sind ja zum Teil auch irgendwie Menschen."

Wolfgang Schäuble (CDU) zur Behauptung, er sei ein "zorniger alter Mann", "neurotisch" und ein "enger Verbündeter im Kampf gegen den Terror":
"Das ist eine bodenlose Unverschämtheit! Mit solchen Veröffentlichungen gefährdet WikiLeaks den Kampf gegen den Terror. Hätte ich noch einen Pressesprecher dann würde ich ihm befehlen, mit meinem Stock zu drohen."

Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) darüber, er sei "Hoffnungsträger der USA, außenpolitischer Experte, Transatlantiker und Freund der USA.":
"Ich fühle mich außerordentlich geehrt, von meinen amerikanischen Freunden in eine Reihe mit Osama bin Laden und Saddam Hussein gestellt zu werden, die in der Vergangenheit ebenfalls als amerikanische Hoffnungsträger galten."
Foto: KTG, CC-2.0
ssi

*Jetzt mit noch weniger Kalorien!

WikiLeaks im Postillon-Archiv:
"German Girl Diaries": WikiLeaks veröffentlicht Tagebuch von 14-jährigem Mädchen
Rezension: "Afghan War Diaries" von WikiLeak

Sonntag, 28. November 2010

Das Wort zum Sonntag (99)

Es kommentiert Marcel Depieux (weltberühmter Pantomime)*:











*an dieser Stelle kommentieren wöchentlich wechselnd Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und organisiertem Verbrechen.
ssi; Cartoon: bob schroeder

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Samstag, 27. November 2010

Links! Zwo! Drei! Vier! (59)

Täterätäääää! Dschingderassa Bumm Bumm Bumm! Jeden Samstag neu: Der Chefredakteur persönlich stellt nicht zwei, nicht drei - nein, vier interes- oder amüsante Fundstücke aus dem weltweiten Internetz vor.

1. Konkurrenz für den Postillon: In jüngster Zeit wurden zwei neue Satirezeitungen gegründet. "Neues aus der Schweiz und der grossen weiten Welt. Schon seit 2010!" verspricht d'Zwible, während sich Der Kojote für "Deutschlands seriösestes Nachrichtenmagazin" hält.
2. Tolle Geschichten mit Happy End gibt es manchmal auch auf SpiegelOnline: Heimwerkerwut - Rentner mauert sich in Keller ein
3. "Funny Facebook Statuses, Fails, LOLs and more" verspricht die auf Facebook mittlerweile verbotene Seite Lamebook (englisch) - und sie hält, was sie verspricht. Schöne Beispiele: Rechtschreibfehler, Bergsteigen, Schnurrbärte und Familienplanung.
4. Was ergibt sich, wenn zwei verrückte Katzen und zwei noch verrücktere Vögel aufeinander treffen? Natürlich eine epische Schlacht (wer danach noch nicht ausgelastet ist, dem sei noch diese epische Rap-Schlacht zwischen Darth Vader und Adolf Hilter empfohlen)!

Sie haben Vorschläge für Links234? Hinweise auf satirische, lustige, komische Links und Videos bitte in die Kommentare schreiben oder per E-Mail an redaktionÄTder-postillonPUNKTcom schicken.
ssi

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Freitag, 26. November 2010

Vatikan führt Kondomträgerausweis für Härtefälle ein

ssi; Foto: Kann "in begründeten Einzelfällen" ab sofort von katholischen Prostituierten beim Vatikan beantragt werden: Kondomträgerausweis.

Passend zum Thema:
Papst erlaubt, Kondome über den Kopf zu ziehen, mit der Nase aufzublasen und platzen zu lassen

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Donnerstag, 25. November 2010

Herzattacke: 9-Live-Moderator erreicht Notrufzentrale nicht

Köln-Seeberg (dpo) - Wie erst jetzt bekannt wurde, erlitt der bekannte 9-Live-Moderator und Sänger Jürgen M. am Mittwoch einen leichten Herzinfarkt. Viel schlimmer jedoch: Geschlagene zwei Stunden und 40 Minuten konnte der ehemalige Big-Brother-Star den medizinischen Notruf nicht erreichen.

Überlebte knapp: Jürgen M.
"Es stimmt. Herr M. rief uns etwa 200 Mal unter der Nummer 112 an", erklärte heute Rainer R., ein Angestellter der Notrufzentrale. "Allerdings hat er keine der freien Leitungen 2, 4, 5, 6, 8, 11 oder 14 getroffen. Selbst dann nicht, als wir nach einer Stunde noch die 9 und die 25 freischalteten."
Auch der Notruf-Hotbutton habe trotz zahlreicher Countdowns und dramatisch werdender Musik leider nicht zugeschlagen. "Der Hotbutton kann manchmal grausam sein", sagte R. dem Postillon. "Aber daran kann man nichts ändern. Seine Wege sind unergründlich."
Gnadenlos: Hotbutton
Als Jürgen M. schließlich endlich die richtige Leitung traf und mit einem Notarzt sprechen durfte, sagte der: "Schade! Herzinfarkt hatten wir heute leider schon. Die richtige Antwort wäre 'Fischgräte in der Speiseröhre' gewesen." Daraufhin wurde die Verbindung unterbrochen.
Jürgen M. befindet sich inzwischen wieder auf dem Weg der Besserung – nicht zuletzt deswegen, weil er sich nach seinen vergeblichen Anrufen alleine ins vier Kilometer entfernte Krankenhaus schleppte.
Derzeit prüfen die Anwälte des beliebten 9-Live-Moderators, ob er die Notrufzentrale auf ein Schmerzensgeld in Höhe von bis zu sieben Geldpaketen im Wert von 60 bis 130 Euro verklagt.
ssi; Foto rechts: Gunnar Richter, CC BY-SA 3.0

Weitere TV-Nachrichten im Postillon-Archiv:
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Newsticker (119)

++++ Alles reserviert: In Lokal wird Reh serviert ++++
++++ Morgens angenehm feucht in der Nase: Tauziehen ++++
++++ Pfui Teufel: Fürst der Finsternis nicht stubenrein ++++
++++ Nur gegen Vorkasse: Pfarrer traut Pärchen nicht ++++
ssi, bla (#1)

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Mittwoch, 24. November 2010

Obdachloser Wumpe und Fixer Peppi neue Attraktionen im Bahnhof Zoo

Fotos (links: Matěj Baťha, cc-2.5): Haben sich schon gut eingelebt: Wumpe und Peppi.
Berlin (dpo) - Der berühmte Berliner Bahnhof Zoo hat zwei neue Bewohner, die mehr und mehr zur neuen Hauptattraktion avancieren: Seit letzter Woche dürfen tausende von Bahnhof-Zoo-Besuchern den Obdachlosen Wumpe und den Fixer Peppi bestaunen.
Wumpe, eine Leihgabe aus Sarajevo, ist der ruhigere der beiden und schläft meist, während der freche Fixer Peppi, der ursprünglich vom Bahnhof Tiergarten kommt, die Besucher gerne mit seiner Flöte unterhält, um an Geld für Stoff zu kommen.
"Ich sehe mir die beiden fast täglich an", erzählt eine Frau mittleren Alters, die auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz täglich am Bahnhof Zoo umsteigt. "Wie sie da manchmal so herumliegen oder -sitzen und einen angucken, wirken sie fast wie normale Menschen." Manchmal, so gesteht sie, als niemand vom Bahnhof-Zoo-Personal in der Nähe ist, füttere sie sie auch mit Brot vom Vortag.
Für den Bahnhof Zoo bedeuten die beiden Neuankömmlinge viel. In den 70er- und 80er-Jahren war er für einen üppigen Bestand an Obdachlosen und Strichjungen und ein erfolgreiches Zuchtprogramm für Fixer weltberühmt. Reporter aus der ganzen Welt standen Schlange, und sogar ein Kinderbuch wurde darüber geschrieben. Doch vom damaligen Glanz ist nicht mehr viel übrig: Seit Ende der 80er mehr und mehr Polizisten geholt wurden, gingen viele der alten Bewohner ein. Neue kamen kaum mehr.
"Wir sind stolz, dass wir Wumpe und Peppi bei uns haben und kümmern uns so oft wie möglich um die beiden", sagt Bahnhof-Zoo-Direktor Siegfried Heiße dem Postillon. "Obdachlose und Fixer brauchen viel Bewegung. Deshalb werden sie von unserem Personal aufgescheucht, wann immer sie sich niederlassen. Schade, dass man nicht auf Nachwuchs oder eine Kreuzung hoffen darf, weil es sich bei Wumpe und Peppi um männliche Exemplare handelt."
Doch nicht alle sind zufrieden. PETHB*-Aktivisten kritisieren, dass Menschen nicht in Bahnhöfen gehalten werden sollten. Ihnen entgegnet Heiße jedoch ganz selbstbewusst: "Langjährige Obdachlose und Fixer wie Wumpe und Peppi würden im natürlichen Lebensraum von Menschen, etwa in Häusern, Autos und Fabriken, nicht mehr klarkommen. Deshalb sind sie in Bahnhöfen am besten aufgehoben."
ssi; Foto rechts (Wolfgang Pehlemann, CC-BY-SA-3.0-DE): Bekannt für artgerechte Menschhaltung: Bahnhof Zoo.

*People for the Ethical Treatment of Human Beings

Dienstag, 23. November 2010

Osama bin Laden warnt Terroristen vor deutschen Weihnachtsmärkten

Foto (SabineCrestalla, cc-2.5): Erkennt in Weihnachtsmärkten eine neue Bedrohungslage: bin Laden.
Kabul, Islamabad (dpo) - Der berüchtigte Terrorist Osama bin Laden hat heute in einer offiziellen Videobotschaft gewaltbereiten Islamisten und in der Bundesrepublik stationierten "Schläfern" geraten, sich von deutschen Weihnachtsmärkten fern zu halten.
"Wir haben berechtigten Grund zur Annahme, dass von deutschen Weihnachtsmärkten eine nicht zu unterschätzende Bedrohunglage ausgeht", so der Terrorfürst mit besorgter Miene. "Hinweise anonymer Informanten, darunter ein ehemaliger Bratwurststandbesitzer, der die Seiten gewechselt hat, lassen das Schlimmste befürchten."
Demzufolge sei es auf deutschen Weihnachtsmärkten nicht nur arschkalt sondern auch derart überlaufen, dass man kaum einen Schritt vorankommt. "Auf diesen Märkten wird ausschließlich überteuerter Kitsch, ungesundes Essen und Glühwein verkauft", so bin Laden weiter. Gerade beim Genuss von letzterem bestehe zudem ernsthafte Gefahr, am nächsten Tag von schweren Kopfschmerzen geplagt zu werden.
Die Botschaft endet mit einer Durchhalteparole: "Spätestens am 27. Dezember dürfte der Spuk wieder vorbei sein."
ssi; Foto rechts (Rene Schwietzke, cc-2.0): Wird von Terroristen bestimmt nicht besucht: Weihnachtsmarkt in Jena.

Mehr zur neuen Bedrohungslage im Postillon-Archiv:
Drahtzieher von Bombenattrappenattentat gefasst
Graumelierter Terrorist mit Brille versetzt Deutschland in Angst und Schrecken

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Newsticker (118)

++++ Outsourcing: Holzfäller fällt in Afghanistan ++++
++++ Singvogel-OP: Tierarzt entfernt Nachtigallensteine ++++
++++ Wirtschaftsnachrichten: Taschendiebe gehen an die Börse ++++
++++ Viel zu eingebildet: Mann trifft sich nicht mehr mit imaginärem Freund ++++
msg, ssi, ano, ttb

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Montag, 22. November 2010

Papst erlaubt, Kondome über den Kopf zu ziehen, mit der Nase aufzublasen und platzen zu lassen

Rom (dpo) - Sensationelle Neuigkeiten aus Rom! Papst Benedikt XVI. hat erstmals das strikte Verbot von Kondomen gelockert. Kondome über den Kopf zu ziehen, mit der Nase aufzublasen und platzen zu lassen, ist damit ab sofort in begründeten Einzelfällen erlaubt.
"Etwa wenn eine Party noch nicht so richtig in Schwung ist oder wenn einem einfach nur langweilig ist", erläuterte Benedikt XVI. in einem Interview für das demnächst erscheinende Buch "Licht der Welt". "In solchen Extremsituationen kann der Gebrauch von Präservativen zur allgemeinen Erheiterung im einen oder anderen Fall gestattet werden."
Vatikansprecher Federico Lombardi erläuterte am Sonntag in Rom, die Äußerungen des Papstes bedeuteten keine 'revolutionäre Wende'. Nach wie vor sollten Kondome nur im Ausnahmefall zum Platzen gebracht werden: "Hätte Gott gewollt, dass die Menschen immer nur Spaß haben, hätte er die katholische Kirche niemals zugelassen."
ssi; Foto rechts: War bislang nur Protestanten und Atheisten erlaubt: Frecher Partyspaß; Foto links: Wird Präservative demnächst auch für Ministranten erlauben: Papst Benedikt XVI.

Der Papst im Postillon-Archiv:
Wunder in Spanien: Papst heilt Gläubige von übersinnlichen Wahnvorstellungen
Vatikan verurteilt "Twilight"-Hysterie
Päpstliches Handgelenk gebrochen
Williamson geleugnet

Sonntag, 21. November 2010

Das Wort zum Sonntag (98)

Es kommentiert Gotthilf von Düchting (CDU-Innenminister a.D.)*:
Bei der aktuellen Bedrohungslage ist es unumgänglich, dass der Bürger wachsam ist: Fremd aussehende Menschen, die arabisch sprechen, könnten Islamisten sein, weiße Westeuropäer, die wir schon seit Jahrzehnten kennen, wiederum noch gefährlichere Konvertiten und süße Kätzchen am Straßenrand könnten randvoll mit Plastiksprengstoff sein.
Achten Sie auf Ihr Umfeld: Bleiben Nachbarn ständig zu Hause, bauen sie vermutlich Bomben, gehen sie ständig nach draußen, dann kaufen sie womöglich Sprengstoff. Vorsicht: Wenn Ihre Nachbarn ständig zu Ihnen rübergucken, dann könnte es sein, dass Sie selbst verdächtigt werden. In solchen Fällen gilt: Wer den anderen zuerst anzeigt, hat Recht.
Meiden Sie öffentliche Plätze, bleiben Sie aber auch auf keinen Fall zu Hause, sonst werden Sie verdächtigt, Bomben zu bauen. Ganz egal, was Sie tun: Versuchen Sie, dabei unbekümmert und fröhlich zu wirken.
In einem zweiten Schritt müssen schärfere Gesetze gegen den Islamismus her: Für den Anfang sollte man über die Einführung der Todesstrafe für erfolgreiche Selbstmordattentäter nachdenken.
*an dieser Stelle kommentieren wöchentlich wechselnd Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und organisiertem Verbrechen.
ssi; Cartoon: bob schroeder

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Samstag, 20. November 2010

Links! Zwo! Drei! Vier! (58)

Täterätäääää! Dschingderassa Bumm Bumm Bumm! Jeden Samstag neu: Der Chefredakteur persönlich stellt nicht zwei, nicht drei - nein, vier interes- oder amüsante Fundstücke aus dem weltweiten Internetz vor.

1. TERROR!!! Das schreiben andere zur neuen Bedrohungslage: Ahoi Polloi über Attrappen, pantoffelpunk über seltsam aussehende Menschen, Titanic über bedrohte Weihnachtsmärkte, Stefan Niggemeier über regionalen Terror, der Karikaturist Pruestel über das Warten und der Karikaturist Nel zur Freiheitsverteidigung.
2. Sprayer haben eine Zugtür um einige Meter versetzt: Ganze Arbeit...
3. Die tun wenigstens was gegen die Krise. Eine Gruppe irischer Satiriker hat in der vergangenen Woche versucht, Irland auf einem Immobilienportal zu verkaufen: Satiriker bieten Irland zum Verkauf an
4. Und zum Schluss noch ein Film von Fritz Tietz über Menschen namens Dieter, die mit ihrem Vornamen nicht glücklich sind:

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ssi

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Freitag, 19. November 2010

Drahtzieher von Bombenattrappenattentat gefasst

Foto: Hatten noch zwei weitere Bombenattrappen: Terroristenattrappen.
Windhuk, München (dpo) - Großer Fahndungserfolg! Nachdem sich herausstellte, dass die am Flughafen von Windhuk entdeckte Bombe mit Zielort München nur eine Attrappe war, ist es dem Bundeskriminalamt gemeinsam mit den namibischen Behörden inzwischen gelungen, die mutmaßlichen Drahtzieher des Attentats festzunehmen.
"Bei den Tätern handelt es sich um Terroristenattrappen, die schon seit Längerem dadurch auffielen, dass sie ihre Wohnung in Windhuk seit Monaten nicht verlassen haben", erklärte ein BKA-Sprecher heute morgen. "Sie leisteten bei ihrer Festnahme keinen Widerstand, weigern sich aber bislang, etwaige Hintermänner zu verraten. Ihren Seriennummern zufolge stammen sie aus Pakistan."
In der Wohnung stießen die Fahnder neben Plastiknahrungsmitteln und einem ausgestopften Hund noch auf zwei weitere Bombenattrappen, die wohl ebenfalls nach Deutschland geschickt werden sollten, um dort nicht zu explodieren. Sie werden noch zur Stunde von einem Räumkommando nicht entschärft.
ssi; Foto rechts: Die pakistanische al-Qaida-Terroristenführerattrappe Mohammed Ilyas Dummie: Handelten die Terroristenattrappen in Namibia nach seinem Auftrag oder war das ganze nur ein Test amerikanischer Behörden?

Alles zum Thema Terrorismus im Postillon-Archiv:
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Newsticker (117)

++++ Jesus enterbt: Gott schreibt Neues Testament ++++
++++ Traumjob: Schlaflabor sucht Mitarbeiter
++++
++++ Unerhört: Stummer Mann in tiefes Loch geschubst ++++
++++ Neue Cockpitverpflegung entwickelt: Testpilot isst Versuchskaninchen ++++
++++ Dortmund: Biologie-Lehrer zeigt Schulklasse orale Öffnung ++++
ssi, msg (2), swa (3), awa (5)

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Donnerstag, 18. November 2010

Graumelierter Terrorist mit Brille versetzt Deutschland in Angst und Schrecken

Berlin (dpo) - In einem am Mittwoch aufgetauchten Terrorvideo hat ein bislang noch unbekannter Islamist mit graumeliertem Haar und Brille davor gewarnt, dass al-Qaida noch im November Attentate auf Deutschland verüben will.
Der Terrorist, der sich selbst el-Maizière nennt, stieß seine Hassbotschaft stehend an einem Pult vor grauem Hintergrund in beinahe akzentfreiem Deutsch aus.
Seinen Aussagen zufolge befindet sich Deutschland in einer "neuen Lage", was die Terrorgefahr angehe. Unheilschwanger fügte er hinzu: "Es gibt Grund zur Sorge, aber keinen Grund zur Hysterie!"
Islamismusexperten gehen davon aus, dass die im Terrorvideo gezeigte, schlaff nach unten hängende Europaflagge die Schwäche Deutschlands und seiner Verbündeten symbolisieren soll, während das üppig befüllte Glas Wasser für die Allmacht Allahs und das Löschen von Durst stehen könnte.
"Der seriös wirkende Mann ist bislang noch nicht als Terrorist in Erscheinung getreten", erklärte ein Sprecher des Bundesnachrichtendienstes gegenüber dem Postillon. Überhaupt war es nach Angaben der Behörde im vergangenen Jahr verhältnismäßig ruhig.
Das könnte auch daran liegen, dass bei al-Qaida in der Zwischenzeit wohl ein Führungswechsel stattgefunden hat: In den Jahren 2005 bis 2009 hatte nämlich noch ein kleiner Hassprediger im Rollstuhl beinahe im Wochentakt mit Terrordrohungen und -warnungen überall in Deutschland für Angst und Panik gesorgt.
Daraus kann aber auch Hoffnung geschöpft werden. Denn damals ist nie etwas passiert.
ssi; Foto rechts: Dieser "homegrown" Terrorist droht mit einem al-Qaida-Anschlag noch in diesem Monat: el-Maizère; Foto links: Hielt die Republik in den Jahren 2005 bis 2009 mit Hassbotschaften in Atem: Fieser Terrorist im Rollstuhl.

Mehr zum Thema Terrorbekämpfung im Postillon-Archiv:
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Mittwoch, 17. November 2010

Kleiner Timmy (9) stalkt seit neun Jahren seine eigene Mutter

Saarbrücken (dpo) - Wieder Ärger um den kleinen Timmy (9)! Offensichtlich stalkt der umtriebige Junge schon seit neun Jahren ausgerechnet seine eigene Mutter. Er ruft sie ständig an, folgt ihr auf Schritt und Tritt und lässt sie auch sonst nicht mehr in Ruhe. Dabei fing alles so harmlos an: Timmys Mutter kennt Timmy eigentlich schon seit seiner Geburt. Doch obwohl sie damals erst 17 Jahre alt war, fingen in dieser Zeit auch die Belästigungen an.

Dienstag, 16. November 2010

Entwarnung: Nacktscanner zwar krebserregend, aber auch früherkennend

Washington, Hamburg (dpo) - Das Bundesinnenministerium hat heute gesundheitliche Bedenken amerikanischer Wissenschaftler hinsichtlich der vermehrt auf Flughäfen eingesetzten Körperscanner zerstreut. Die Forscher warnten zuvor, die Röntgenstrahlung der Geräte könne krebserregend sein.
"Unsere Mediziner haben zwar bestätigt, dass Körperscanner Krebs verursachen können", beschwichtigte ein Ministeriumssprecher. "Aber die starke Röntgenstrahlung der Scanner kann gleichzeitig zur Früherkennung genutzt werden. Und wir wissen doch alle, wie einfach Krebs in einem frühen Stadium behandelbar ist."
In Wochenendseminaren soll das Sicherheitspersonal daher lernen, Flugpassagiere nicht nur auf Waffen und Sprengstoff, sondern auch auf durch Körperscanner verursachte Krebsgeschwüre zu untersuchen.
Dabei bleibt die Intimsphäre der Passagiere nach Aussage des Innenministeriums hundertprozentig gewahrt. Die Scanner verfremden den Körper so sehr, dass nur noch ein Strichmännchen zu erkennen ist, während etwaige Krebsgeschwüre oder Waffen hell aufleuchten.
ssi; Foto rechts (Pianist Berlin, cc-3.0): Hätte von ihrem von Nacktscannern verursachten Hüftkrebs ohne Nacktscanner wahrscheinlich nie erfahren: Flugpassagierin im Nacktscanner; Foto links (Ralf Roletschek, cc-3.0): Dieser Mann lässt sich lieber ganz "Old School" nach Krebsgeschwüren abtasten.

Nacktscanner im Postillon-Archiv:
Bosbach fordert noch in diesem Jahr Einführung von Nacktflügen

Newsticker (116)

++++ Fürsorglich: Sächsischer Vater schaut im Zimmer seines Sohnes nach dem Rechten ++++
++++ Bild gemalt: Künstler hängt Arbeit an den Nagel ++++
++++ Eingebildet: Adeliger trägt Kontaktmonokel ++++
++++ Effektiv: Wilderer verwendet pandabrechende Munition ++++
ssi

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Montag, 15. November 2010

Informatiker (39) bereit für flotten Dreier mit Charlotte Roche und Christian Wulff

Recklinghausen (dpo) - Kommt jetzt doch noch Bewegung in die Atomdebatte? Der 39-jährige Informatiker Daniel Bemsner hat heute angekündigt, dass er für einen flotten Dreier mit der ehemaligen VIVA-Moderatorin Charlotte Roche (32) und dem Bundespräsidenten zur Verfügung stehe.
Zuvor sorgte die Buchautorin (Feuchtgebiete) und attac-Aktivistin für Aufsehen, als sie in einem Interview anbot, mit Christian Wulff "ins Bett zu gehen", sollte dieser das umstrittene Gesetz zur Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken (wir berichteten) nicht unterschreiben.
Daniel Bemsner erklärte gegenüber dem Postillon: "Ich habe mir gedacht, wenn ich jetzt auch noch medienwirksam meinen Körper anbiete, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Bundespräsident das Gesetz ablehnt, ins Unermessliche. Jetzt muss er nur noch auf seine Unterschrift verzichten und ab geht die Post - natürlich nur wenn Bettina [Wulffs Gattin, Anm.d.Red.] einverstanden ist."
Auch für den Fall, dass der Bundespräsident den Atomvertrag unterzeichnet, weiß Bemsner Rat: "Charlotte, Christian und ich könnten uns ja trotzdem ganz zwanglos treffen. Unseren Dreier sollten wir uns nicht von der Politik verderben lassen." Zur Not erklärte sich Bemsner auch dazu bereit, nur mit Charlotte Roche oder Christian Wulff alleine zu schlafen.
ssi; Foto links (Fox-Two, CC-3.0): Hat es mit einem absolut unrealistischen Sex-Angebot in die Schlagzeilen geschafft: Charlotte Roche; Foto rechts: Hat es mit einem absolut unrealistischen Sex-Angebot in die Schlagzeilen geschafft: Daniel Bemsner.

Wulff im Postillon-Archiv:
Stalking: Bundespräsident Wulff muss sich künftig von Nationalmannschaft fernhalten

Thema Atomenergie im Postillon-Archiv:
Castor-Transport 2010: Die Highlights im Ticker
Schwarz-Gelb verlängert Laufzeiten von Atomstromgegnern um acht bis 14 Jahre
"Energiepolitischer Appell" für Atomkraft und Kohleenergie: Das sagen die Unterzeichner
Super-Gau in Windkraftanlage verstrahlt alles im Umkreis von null Kilometern

Sonntag, 14. November 2010

Das Wort zum Sonntag (97)

Es kommentiert Amanda Hot (Postillon-Covergirl und als einzige Frau in der Redaktion automatisch Expertin für Genderthemen)*:
Während ich mich bei vielen Anlässen (Hochzeit, Taufe, Kindergeburtstag etc.) gerne ausziehe, neigt Familienministerin Kristina Schröder (CDU) eher zum Anziehen - nämlich von Beleidigungen. Erst kürzlich wurde sie in der Diskussion um Deutschenfeindlichkeit als "deutsche Schlampe" (in meiner von Gastarbeiterinnen dominierten Branche eher ein Kompliment) beschimpft. Nun bescheinigte ihr auch noch Alice Schwarzer, die einzige Frau, die eine Banane quer essen kann, ein "hoffnungsloser Fall" und als Ministerin "schlicht ungeeignet" zu sein.
Einerseits hat Schwarzer Recht: Würde Kristina Schröder - sagen wir mal als "Geile Kristina" - so an einer Stange tanzen, wie sie ihr Amt führt, dann hätte sie sich längst alle Knochen gebrochen und keinen einzigen Schein im Höschen (Stichwort: Kein Elterngeld für Hartz-IV-Empfänger).
Andererseits hätte Alice Schwarzer genug vor ihrem eigenen altersfleckigen Ausschnitt zu schminken: Als Vergewaltigervorverurteilungstante im Tittenblatt "Bild" und als Sarrazinnachplapperin in der Kopftuchdebatte hat die ehemalige Frauenrechtsikone derzeit weniger Anspruch, sich zu Feminismusthemen zu äußern, als eine x-beliebige Stripperin (z.B. Amanda Hot).
In meiner Branche ließe sich so ein lächerlicher Streit übrigens ganz einfach regeln: Mit einer knackigen Runde Schlammcatchen. Ich setze auf Alice.
*an dieser Stelle kommentieren wöchentlich wechselnd Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und organisiertem Verbrechen.
ssi; Foto (Zappel Jazz, cc-3.0); Cartoon: bob schroeder

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Samstag, 13. November 2010

Links! Zwo! Drei! Vier! (57)

Täterätäääää! Dschingderassa Bumm Bumm Bumm! Jeden Samstag neu: Der Chefredakteur persönlich stellt nicht zwei, nicht drei - nein, vier interes- oder amüsante Fundstücke aus dem weltweiten Internetz vor.

1. Passend zu den Castor-Demonstrationen von letzter Woche hat der nach längerer Pause wieder auferstandene Paramantus Wissenswertes über Atommüll gesammelt. Außerdem hat heute Spiegelfechter Jens Berger mit Deutschlandradio Wissen über Linksliberalismus, Gegenöffentlichkeit und auch über die Castor-Berichterstattung des Postillons gesprochen: Im Fechtkampf mit dem Mainstream (Podcast rechts oben ab 12:00 hörbar)
2. Eine herrlich geisteskranke Fotosammlung findet man auf WWFYF: Werewolfsfuckyoface
3. Auf nerdcore gibt es eine schöne ZDF-Dokumentation aus dem Jahr 1972 darüber, wie die Welt im Jahr 2000 aussehen wird: Retrofuture-Doku: Richtung 2000 - Vorschau auf die Welt von morgen (ZDF 1972) (via YuccaTree Post)
4. Ehrliche Nachrichten gibt es nicht nur geschrieben, sondern auch gefilmt. Von Heroin&Magersucht (H&M) bis hin zum sinistren Weltherrschaftsplan von Steve Jobs macht die Pilotfolge dieser Sendung (präsentiert von diesem Produkt) von Jan Wulf erstaunlich viel richtig:

Sie haben Vorschläge für Links234? Hinweise auf satirische, lustige, komische Links und Videos bitte in die Kommentare schreiben oder per E-Mail an redaktionÄTder-postillonPUNKTcom schicken.
ssi

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Freitag, 12. November 2010

Saudi-Arabien: Islamisches Gutachten weitet Burkapflicht auf weibliche Tiere aus

In Saudi-Arabien bald keine Seltenheit mehr: Burkamel
Riad (dpo) - Nachdem es Frauen in Saudi-Arabien erst kürzlich verboten wurde, als Kassiererinnen im Supermarkt zu arbeiten, sorgt nun eine neue Fatwa der ultrakonservativen wahabitischen Scheichs für Aufsehen. Sie besagt, dass weibliche Tiere künftig mit einer Burka verhüllt werden müssen.

Donnerstag, 11. November 2010

Fühlen sich bereits gut vertreten: Karnevalsvereine verzichten auf Machtübernahme

Köln, Mainz, Berlin (dpo) - Deutschlands Karnevalsvereine haben heute angesichts der aus humoristischer Sicht erfolgreichen Arbeit der Bundesregierung um 11.11 Uhr verkündet, in diesem Jahr auf die traditionelle Machtübernahme zu verzichten. Auch die närrische Zeit vom 11. November bis Aschermittwoch (9. März 2011) werde in diesem Jahr entfallen.
"Wir Narren fühlen uns derzeit von der Bundesregierung derartig gut vertreten, dass eine Machtübernahme unsererseits keinen Unterschied machen würde", erklärte Ralph Beckers, ein ranghoher Jeck aus Köln gegenüber dem Postillon. "Zwar finden wir, dass die schwarz-gelben Karnevalisten für den Unfug, den sie treiben, viel zu seriös gekleidet sind, aber ihre Büttenreden und Taten sprechen eine andere Sprache. Und: Während wir nur wenige Highlights am 11.11., am Dreikönigstag und am Rosenmontag setzen können, währt das närrische Treiben der Regierung das ganze Jahr."
Am meisten beeindruckt die Jecken jedoch nicht etwa der tollpatschige Röttgen (CDU), der ständig betrunkene Brüderle (FDP), der bayrische Mundartkomiker Horst (CSU) oder der schrille Clown Guido (FDP), sondern Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP). "Bei Niebel weiß man, woran man ist. Der ist durch und durch Narr", schwärmt ein Mainzer Karnevalist. "Das sieht man an seiner albernen Mütze, der Tatsache, dass er sein Ministerium vor der Wahl abschaffen wollte und jetzt trotzdem 200 zusätzliche Mitarbeiter einstellen will, seiner albernen Mütze, der Unterstützung rechter Regierungen in Südamerika, seiner albernen Mütze und der Tatsache, dass er Entwicklungshilfeorganisationen in Afghanistan nur noch in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr unterstützt. Habe ich die alberne Mütze bereits erwähnt?"
Die Karnevalisten zollen der Bundesregierung außerdem Respekt dafür, dass sie durch die Kombination aus ollen Kamellen wie Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke und einen kurz darauf durchgeführten Castor-Transport (wir berichteten) den längsten und teuersten Karnevalsumzug aller Zeiten organisiert haben. "Auch wenn sie mit dem Datum knapp deneben lagen, wir hätten das so nicht hinbekommen, schon gar nicht im eher karnevalsfeindlichen Wendland", so Bert Rimbolaus vom hannoverschen carneval club (hcc).
Einige kritische Narren monierten allerdings, dass beim Castor-Transport nicht annähernd soviel Alkohol konsumiert, Sex praktiziert und Gewalt ausgeübt worden sei, wie bei einem durchschnittlichen Karnevalsumzug in Köln.
Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der vor einer Woche mit einer unvergesslichen Posse Karneval endgültig überflüssig machte, war für eine Stellungnahme leider nicht erreichbar. Offensichtlich ist sein Sprecher kürzlich zurückgetreten.
Foto rechts oben (Sebastian Zwez, cc-3.0): Schaffen es, das ganze Jahr über närrische Politik zu betreiben: närrisches Zweigestirn Angela und Guido; Foto links oben (Borsi112, cc-3.0): Fühlt sich gut von der Regierung vertreten: Jeck Ralph Beckers; Foto rechts unten: Der größte Jeck im ganzen Land: Dirk Niebel; Foto links unten: Vorgezogener Karnevalsumzug von Valognes in Frankreich bis Gorleben (Niedersachsen).

Newsticker (115)

++++ Weihwasserexzess: Pfarrer beim Komataufen erwischt ++++
++++ Anfängerfehler: Junkie verdrückt sich ++++
++++ Für mehr Prickeln im Internet: Ahoi-Browser-Pulver ++++
++++ Pervers: Dichter lässt sich nach Quantität bezahlen ++++
ssi, ttb (#2), swe (#4)

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Mittwoch, 10. November 2010

Tine Wittlers schwerster Fall: "Einsatz in 4 Wänden" renoviert Altes Museum in Berlin

Vorher: Apulische Vasen in verstaubten Vitrinen, nachher: Helles Designerwohnzimmer
Berlin (dpo) - Geschafft! Gemeinsam mit ihrem Team hat Tine Wittler für die neuste Folge der Docutainment-Reihe "Einsatz in 4 Wänden - Spezial" die Innenausstattung des Alten Museums in Berlin modernisiert.
"Das war richtig harte Arbeit", verrät die quirlige Moderatorin dem Postillon kurz vor Ende der Dreharbeiten. "Die Bewohner dieses großen Hauses müssen richtige Messis sein. Überall standen alte Vasen und anderer Krempel in Vitrinen herum - eine regelrechte Antikensammlung."
Dafür, dass große Teile des bis zu 3000 Jahre alten Gerümpels auch noch mit Zetteln versehen waren, auf denen Fundort und Alter stand, hat Wittler nur ein Kopfschütteln übrig: "Freaks!"
Nach Angaben von RTL benötigte die "Einsatz in 4 Wänden"-Crew vier volle Tage, um die alte Innenausstattung bestehend aus Schriftrollen, Sarkophagen, verrosteten Waffen und Werkzeugen, verbogenem Geschirr, wertlosen Münzen und armlosen Statuen auf dem Sperrmüll zu entsorgen. "Auch im Keller stießen wir auf einen regelrechten Fundus an altem Schrott", so ein Sendersprecher. "Es kostete einiges an Mühe, alles herauszuschaffen und das Untergeschoss in einen Hobbyraum mit Bar und Billardtisch zu verwandeln – aber es hat sich gelohnt."
Die fertige Folge wird morgen abend um 20.15 Uhr auf RTL ausgestrahlt. Dann erst werden auch die Zuschauer erfahren, wie sehr sich Professor Doktor Andreas Scholl, der Leiter der Antikensammlung, der erst nach der Renovierung von einer einwöchigen Dienstreise zurückkam, über sein neues stylisch-modernes Museum freut.
ssi; Foto links (Sven Teschke, cc-3.0): Hat das Alte Museum wieder auf Vordermann gebracht: Tine Wittler; Foto rechts (Beek100, cc-3.0): Könnte auch von außen einen neuen Anstrich vertragen: Altes Museum.

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Dienstag, 9. November 2010

Wunder in Spanien! Papst heilt Gläubige von übersinnlichen Wahnvorstellungen

Madrid, Barcelona (dpo) - Der Papst hat bei seinem Besuch in Spanien nicht nur die Sagrada Familia, eine römisch-katholische Basilika in Barcelona, geweiht, sondern auch mindestens hundert Gläubige von Wahnvorstellungen geheilt.
"Es ist ein Wunder! Bevor der Papst kam, war ich von der fixen Idee besessen, er sei der Stellvertreter Gottes auf Erden", sagte etwa die madrilenische Geschichtsstudentin Carla Bautista. "Doch als ich hörte, dass er die Opfer des spanischen Bürgerkriegs und der darauffolgenden Jahrzehnte des Faschismus auf mangelnden Glauben an die katholische Kirche geschoben hat, obwohl der spanische Klerus zu den stärksten Unterstützern Francos gehörte, war ich endgültig kuriert."
Doch nicht nur Carla Bautista kann ihr Leben jetzt endlich ohne den wahnhaften Glauben an ein nicht existentes übersinnliches Wesen führen, auch Diego L., ein Architekt aus Barcelona, verdankt seine wiedergewonnene geistige Gesundheit den säkularisierenden Superkräften Benedikts XVI. "Als der Papst kam, war ich ein streng gläubiger Homosexueller. Aber nur ein Blick auf den Papst, während er von der Heiligkeit der traditionellen Familie sprach, hat mich endgültig vom Glauben an einen gerechten Gott geheilt." L. und über hundert weitere geheilte Menschen, die während und nach dem Papstbesuches beschlossen haben, aus der Kirche auszutreten, fühlen sich seitdem wie neugeboren.
Trotz der beeindruckenden päpstlichen Wunderheilungen in Spanien gehen Experten davon aus, dass Papst Benedikt XVI. seine heilenden Kräfte im weitgehend laizistischen Westeuropa aus Mangel an Gläubigen nicht voll zum Einsatz bringen kann. Der Pontifex solle daher viel öfter streng katholische Länder in Südamerika und Afrika bereisen, um die Menschen dort zu heilen.
ssi; Foto rechts oben: Hat die Fähigkeit, Menschen vom Glauben an Gott zu heilen: Papst Benedikt XVI.; Foto links (Allegra Ricci, cc-2.0) und Foto rechts unten: Haben keine Wahnvorstellungen mehr und können ihr Leben endlich selbstbestimmt leben: Carla Bautista und Diego L.

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Newsticker (114)

++++ Reife Leistung: Apfel fällt weit vom Stamm ++++
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++++ Belegt: Zungenwurstbrot ++++
++++ Studie: 81,3% der Deutschen wissen nicht, dass sie zu den 81,3% gehören ++++
++++ Umständlich: Autofahrer führt vor Einstellung des Sitzes jedesmal Vorstellungsgespräch ++++
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Montag, 8. November 2010

Castor-Transport 2010: Die Highlights im Ticker

Foto: Demonstrieren: Demonstranten.
Lüchow, Gorleben (dpo) - Es ist wieder so weit: Im Wendland wird gegen den berüchtigten Castor-Transport demonstriert. Für alle, die nicht dabei waren, fasst der Postillon exklusiv die Höhepunkte dieses Spektakels zusammen:

Freitag, 5. November
7-20 Uhr: Das Zusammentreffen von Atomkraftgegnern aus der ganzen Republik verläuft anfangs nur schleppend. Der Grund: Polizisten ketten sich an Gleise oder versperren mit Sitzblockaden sämtliche Bahnstrecken, die ins Wendland führen. Erst als die Aktivisten zu Pfefferwerfern und Wasserspray greifen, löst sich die Polizeiblockade.
10 Uhr: Traditionell beginnen die Castor-Proteste im Wendland mit der Schülerdemo in Lüchow. Laut Veranstalter ziehen rund 17.000 Schüler in die Innenstadt. Die Polizei zählt 24.
14:03 Uhr: Der Castor-Transport ist im französischen Valognes aufgrund eines Triebfahrzeugschadens, einer Oberleitungsstörung, Tieren im Gleis, einer Signalstörung, einem Personenschaden, hoher Streckenauslastung und einer Störung im Betriebsablauf mit sieben Stunden Verspätung gestartet. Bahnchef Grube zeigte sich zufrieden: "So schnell waren wir noch nie."
17.12 Uhr: Jetzt ist auch der erste Atomkraftbefürworter eingetroffen. Dass er in diesem Jahr alleine demonstrieren muss, begründet er damit, dass der andere krank sei.
19.29 Uhr: Der traditionelle Laternenumzug in Metzingen wird von berittenen Polizisten, die mit Schwertern die Mäntel der Demonstranten zerteilen, aufgelöst.

Samstag, 6. November
9.33 Uhr: Der Castor-Transport hat die französisch-deutsche Grenze immer noch nicht überquert. Die Demonstranten in Deutschland sind genervt von den ständigen Verspätungen. Sie wollen auch blockieren.
13.10 Uhr: Wissenschaftler errechnen, dass Polizei und Demonstranten bei den Castor-Transporten mehr Energie verbrauchen, als alle deutschen Atomkraftwerke im Jahr erzeugen. Würden die beiden Gruppen stattdessen in riesigen Hamsterrädern laufen, könnten alle Meiler abgeschaltet werden.
13.55 Uhr: Der Castor-Transport bleibt mit einem Hinterrad an der deutsch-französischen Grenze hängen, kann aber nach kurzer Zeit weiterfahren.
14.55 Uhr: Die Polizei setzt Tränengas gegen Demonstranten ein, die versuchen das Gleisbett zu unterhöhlen, doch die haben vorgesorgt und sorgen mit Lachgas für neutrale Mienen.
15.30 bis 17.20 Uhr: Während der Großkundgebung in Dannenberg kommt es - abgesehen von einem peinlichen Unentschieden zwischen Bayern und Mönchengladbach - zu keinen besonderen Vorkommnissen -- zumindest behaupten das die Postillon-Reporter vor Ort, die allesamt Bundesliga auf ihren Notebooks gucken.
21.05 Uhr: Als der Castor-Transport die deutsch-tschechische Grenze erreicht, gibt der Lokführer endlich zu, dass er sich verfahren hat und wendet in drei Zügen, bevor es wieder gen Gorleben geht.

Sonntag, 7. November:
8.05 Uhr: Die Aktion C-c-c-c-c-cast-t-t-t-t-t-or St-t-t-t-t-tott-t-t-t-tern gibt zu, dass sie etwas falsch verstanden hat und verfügt jetzt über noch weniger Selbstbewusstsein als zuvor.
11.49 Uhr: Seit die Polizei Oliver Kahn als Castorwart auf den Transport gestellt hat, geht es besser voran, da Kahn jeden attackiert (Beißen, Treten, Brüllen), der sich seinem Castor bis auf fünf Meter nähert.
Foto: Schwarzwälder, CC-3.0
14.22 Uhr: Die Wasserwerfer der Polizei werden mithilfe von Handtuchwerfern neutralisiert.
16.47 Uhr: 33 Schriftsteller mit Burn-Out-Syndrom setzen sich auf die Gleise und hoffen, dass die Polizei ihre Schreibblockade auflöst.
18.10 Uhr: Auf der Internetplattform youtube.com ist ein Video eingestellt worden, das einen am Boden liegenden Demonstranten zeigt, der einem stehenden Polizisten mehrfach mit dem Gesicht auf die Faust schlägt.
20.30 Uhr: Die Polizei setzt ihre stärkste Waffe ein und schickt Claudia Roth (Grüne), um die Demonstranten zu unterstützen. Angewidert verlassen zahlreiche Aktivisten die Blockaden, sodass der Castor-Transport immerhin noch bis Dahlenburg (Niedersachsen) kommt, wo er über Nacht stehen bleibt.
Foto: Stepan, CC-by-sa 2.0/de

Montag, 8. November
8.20 Uhr: Der Castor rollt wieder und erreicht eine Stunde später den Verladebahnhof Dannenberg. Von dort aus wird das radioaktive Material mit Mauleseln ins Zwischenlager Gorleben gebracht.
14 Uhr: Der Postillon-Chefredakteur entscheidet sich nach einem faulen Wochenende jetzt doch noch die Highlights der Castorproteste zusammenzufassen und veröffentlicht gegen 15.45 Uhr diesen Artikel.
ssi