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12 starke Antworten auf nervige Interviewfragen von Sportjournalisten

"Woran hat's gelegen?", "Freuen Sie sich über Ihren Sieg?" - "Wie fühlen Sie sich jetzt, nachdem Sie die Chance Ihres Lebens vergeigt haben?" – Jeder kennt solche immer gleichen "Scheißfragen" von Sportjournalisten an Athleten unmittelbar nach einem Wettkampf oder Spiel. Der Postillon zeigt anhand exemplarischer Fragen, wie man elegant auf sie antwortet:


"Woran hat's gelegen?"

"Jupiter stand im 4. Haus und ich bin Waage, Aszendent Wassermann. Das konnte überhaupt nicht klappen."


"Freuen Sie sich über Ihren Sieg?"

"Nein. Ich leide an einer seltenen Krankheit, die bewirkt, dass ich mich über Siege ganz schlimm ärgere und über Niederlagen total freue. Der Sieg heute war für mich besonders bitter."


"Wie groß ist ihre Enttäuschung?"

"4 Meter 83."


"Sie sind heute nur eingewechselt worden: Schmerzt es sehr, nicht die vollen 90 Minuten zu spielen?"

"Sind Sie verrückt? Am liebsten würde ich gar nicht arbeiten für mein Millionengehalt!"


"Sie haben heute verloren: Wie bitter ist diese Niederlage?"

"Es war so schlimm, dass ich jede Selbstachtung verloren habe. Ich werde meine Karriere beenden und Sportjournalist werden."


"Ihre Fans haben Sie lautstark angefeuert: Wie hat sich das angefühlt?"

"Ich hasse das. Die sollen einfach mal ihr Maul halten. Da kann sich ja kein Schwein konzentrieren."


"Sie haben soeben den Titel geholt. Haben Sie schon begriffen, was da gerade passiert ist?"

"Dazu müssten wir erstmal klären, was 'begreifen' bedeutet. Aus Sicht von Kant und Hegel ist das reine Wahrnehmen durch die Sinnesorgane noch nicht das Gleiche wie Begreifen, solange man nicht seine dialektische Notwendigkeit, das dahinterliegende Prinzip versteht. Empiriker hingegen würden eher hinterfragen, ob das Ereignis denn theoretisch falsifizierbar wäre, denn nur so können wir eine existenzielle Hypothese aufrechterhalten. Heidegger hingegen würde sicherlich betonen, dass Begreifen seinen Ursprung im Leib hat, während Pragmatiker wie Peirce oder Dewey die Bedeutung der Bewusstheit über die praktischen Konsequenzen betonen. Geht man davon aus, dass alle Sichtweisen ihre Berechtigung haben, so kann man eigentlich nur zur abschließenden Frage kommen, ob jemals ein Mensch wirklich vollständig begreift."


"Was hat Ihnen der Trainer in der Halbzeitpause in der Kabine gesagt?"

"Er hat gesagt: 'Wenn einer von euch hinterher verrät, was hier besprochen wurde, dann reiß ich ihm den Kopf ab'. Oh. Scheiße! Das hätte ich ja gar nicht verraten dürfen. Ist das live?"


"Der Ball wollte vorne einfach nicht rein. Fehlte da die letzte Entschlossenheit?"

"Ja, genau, wir hatten einfach nicht so wirklich Bock zu gewinnen. Was sind schon Siege?"


"Sie sind als großer Favorit hier angetreten, aber am Ende hat es nicht gereicht. Wie enttäuscht sind Sie?"

"Gar nicht. Ich habe mir Emotionen vor drei Jahren operativ entfernen lassen, die sind nur im Weg, wenn man es ganz an die Spitze schaffen will."


"Möchten Sie irgendjemanden grüßen?"

"Aber gerne doch. Hallo!"


"Haben Sie schon ein Abo für die Print-Ausgabe des Postillon abgeschlossen?"

"Natürlich, welcher zurückgebliebene Hinterwäldler wäre ich denn bitte, wenn ich nicht schon längst monatlich für sagenhafte 4,98 dieses wunderbare Blatt, das übrigens auch einen hervorragenden Sportteil hat, direkt nach Hause geliefert bekommen würde?"



Foto: Shutterstock
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