Frankfurt, Berlin, Köln (dpo) - Immer wieder wird jungen Menschen vorgeworfen, sie seien faul, lethargisch und würden keinerlei Ehrgeiz zeigen. Am Wochenende hat die viel gescholtene Gen Z nun zum ersten Mal tatkräftiges Engagement gezeigt. Doch offenbar sind ihre Kritiker auch jetzt wieder unzufrieden mit der Altersgruppe der 15- bis 30-Jährigen.
"Ja, okay, wir haben jahrelang rumgemeckert, dass Gen Z nichts auf die Kette kriegt und dass sie ihren Hintern nicht hochbekommen", gibt Generationenforscher Thorsten Boomermann (64) zu. "Aber nach den Protesten mit über 100.000 Teilnehmern und anschließender Randale hätten wir doch ganz gern, dass sich die jungen Leute wieder zurück auf ihre Sofas setzen und auf ihre Handys schauen und 'Bobbel Tea' trinken oder was auch immer sie sonst so tun."
Bei der Kritik am mangelnden Engagement sei es eigentlich nur darum gegangen, junge Menschen dazu anzutreiben, härter zu arbeiten. "Dass sie bessere Bildung und Generationengerechtigkeit fordern und das herrschende politische System bekämpfen, war hingegen nicht vorgesehen", so Boomermann.
Er und zahlreiche weitere Vertreter älterer Generationen kündigten an, das angeblich mangelnde Engagement von Gen Z selbstverständlich sofort wieder zu kritisieren, sobald die aktuellen Proteste mit Wasserwerfern von der Straße gefegt wurden.
ssi, dan; Foto: picture alliance/dpa | Andreas Arnold