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9 von 10 Deutschen finden Sparpolitik absolut notwendig, solange sie nicht selbst betroffen sind

München (dpo) - Deutschland weiß, was in Krisenzeiten zu tun ist. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Opinion Control halten rund 88 Prozent aller Bundesbürger eine Politik der Austerität für das einzige probate Mittel zur Bekämpfung hoher Staatsverschuldung. Gleichzeitig sprach sich eine ähnliche Anzahl an Befragten (92%) gegen eine solche Politik aus, falls sie selbst davon betroffen wären.

"Ja, die faulen Griechen müssen den Gürtel jetzt eben enger schnallen", erklärt etwa Maria F. aus Köln. "Renten runter, Steuern rauf, Beamte entlassen, Krankenhäuser schließen." Die Frage nach ihrer eigenen Sparbereitschaft, wenn Deutschland in einer ähnlichen Situation wäre, hält F. für eine Frechheit. "Ich kann doch nichts dafür, wenn die Politik Fehler macht. Wehe, meine Rente wird gekürzt oder jemand wagt es, meine Steuern anzuheben! Dann bin ich mit Fackel und Forke auf der Straße! Aber sowas von!"
"Krisenländer müssen sparen, bis es kracht", findet auch Bernd Krambs aus Trier. Er ist überzeugt: "Nur wer eisern spart, schafft es aus der Krise. Das ist doch logisch. Man kann eben nicht über seine Verhältnisse leben."
Das gelte jedoch nur, solange andere Länder und nicht Deutschland betroffen seien. Bei einer Krise in Deutschland hingegen "müsste sofort ein riesiges Konjunkturpaket her, um die Wirtschaft anzukurbeln", so Krambs. "So wie 2008/2009. Dass Sparen in so einem Moment nichts bringt, das sieht man ja an Griechenland."
Weitere 83 Prozent der Befragten gaben außerdem an, dass Deutschland - ähnlich wie auch schon 1953 - auf jeden Fall einen Schuldenschnitt erhalten sollte, falls es jemals wieder so hoch verschuldet sein sollte, dass ein Staatsbankrott drohe.
ssi, dan; Idee: Newsthump; Foto: Shutterstock
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