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Chaos bei Umzug in Köln: Norddeutsche Karnevalistin wirft Kamele in die Menge

Köln (Archiv) - Beim Rosenmontagszug in Köln sind nicht nur Süßigkeiten und Konfetti vom Wagen geflogen. Wie schockierte Augenzeugen berichten, hat eine Karnevalistin offenbar "Kamelle" mit "Kamele" verwechselt und mehrere der Höckertiere in die erstaunte Menge geworfen. Die Veranstaltung musste für mehrere Minuten unterbrochen werden.

Für die 32-jährige Martha B. war es der erste Karneval überhaupt – erst im Dezember war die Kommunikationsdesignerin von Bremen nach Köln gezogen und sofort Mitglied in einem Karnevalsverein geworden. "Es war alles so aufregend und ich hatte den Leitfaden, den wir im Vorfeld bekamen, wohl nicht aufmerksam genug gelesen", gibt sie zu.

Sie habe sich durchaus gewundert, warum derart unhandliche und schwere Tiere vom Wagen geworfen werden, es dann aber als typisch rheinländische Gepflogenheit abgetan, die sie als Ortsfremde besser nicht hinterfragen sollte. "Ich kenne mich ja mit den Bräuchen hier in der Gegend nicht so gut aus."

Insgesamt soll die Frau 19 Kamele in die Menge geworfen haben, bevor sie von Polizei und Ordnern an weiteren Würfen gehindert wurde. Einige Augenzeugen berichteten, dass sich unter den geworfenen Tieren auch einige Dromedare und Trampeltiere befunden hätten.

Die meisten Leute vor Ort wussten mit den Kamelen nur wenig anzufangen:

Bei dem Vorfall erlitten mehrere Karnevalisten leichte bis mittelschwere Prellungen. Zudem stießen zwei Kinder frontal mit den Köpfen gegeneinander, als sie versuchten, eines der geworfenen Kamele zu ergattern.

Die Kamele konnten inzwischen wieder eingefangen werden und befinden sich seitdem in Polizeigewahrsam.

Die Organisatoren kündigten an, in künftigen Karnevalsbroschüren das Doppel-l im Wort Kamelle fett zu drucken, um Vorfälle wie diesen künftig ausschließen zu können. Bereits seit fünf Jahren wird das "nb" in "Bonbons" fett gedruckt, seit ein Rosenmontagszugteilnehmer aus Lübeck statt der beliebten Süßspeise Bonobos in die Menge geworfen hatte.

fed, ssi, dan; Foto oben und unten [M]: daniel zimmel, CC BY-SA 2.0; Erstveröffentlichung: 28.2.17
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