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Mittwoch, 17. Oktober 2018

Barrierefreiheit: Verkehrsschilder werden endlich mit Blindenschrift versehen

Berlin (Archiv) - Der deutsche Straßenverkehr macht einen großen Schritt in Richtung Barrierefreiheit: Nach einem Beschluss des Bundesverkehrsministeriums sollen künftig alle Straßenschilder mit Braille-Zeichen für Sehgeschädigte versehen werden. Bis Ende 2019 sollen alle Schilder entsprechend umgerüstet sein.

Blindenverbände kritisierten schon lange, dass Menschen mit Sehbehinderung klassische Verkehrsschilder nicht lesen können und sich daher im Straßenverkehr bisher auf ihr Gedächtnis verlassen oder nach Gefühl fahren mussten. Andere nahmen stets einen sehenden Beifahrer mit, der ihnen sagte, was auf den entsprechenden Verkehrszeichen steht.
Kann jetzt endlich Verkehrsschilder lesen: Frank Schaffmann
"Ich wurde ständig geblitzt, weil ich nie wusste, welche Geschwindigkeitsbeschränkung gilt", erzählt Frank Schaffmann (61). Er ist einer von etwa 120.000 blinden Autofahrern in Deutschland. "Toll, dass das jetzt endlich der Vergangenheit angehört. Bei Ampeln gab's das ja schon länger, dass die blindengerecht sind, aber bei Schildern hat das echt gefehlt."
Einen Kritikpunkt gibt es jedoch: Da die Namen der Verkehrszeichen in der Regel in deutscher Blindenschrift verfasst sind ("Vorfahrt gewähren", "Verbot für Fahrzeuge über einer Achslast von acht Tonnen"), bleibt der Straßenverkehr für Blinde aus dem Ausland ähnlich unübersichtlich wie zuvor.
ssi, dan; Idee: nis; Foto unten: Shutterstock; Erstveröffentlichung: 12.10.17
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