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Donnerstag, 21. Dezember 2017

Preisdiskriminierung: Frauen zahlen für Tampons viel mehr als Männer

Berlin (dpo) - Waren und Dienstleistungen sind für Frauen häufig teurer als für Männer – obwohl die Produkte meist nahezu identisch sind. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Antidiskriminieriungsstelle des Bundes. Besonders eklatant zeigt sich die Benachteiligung von Frauen am Beispiel Tampon: Marktforscher haben herausgefunden, dass Männer hier im Schnitt 30 Prozent weniger zahlen müssen als Frauen.

Britta Kampert aus Hamburg braucht dafür keine aufwändige Studie. Sie kennt die Diskriminierung aus erster Hand. "Mein Freund muss für seine 56er-Packung o.b. Professional For Men nur 3,99 Euro bezahlen. Ich muss für meine o.b. Ladies um die 6 Euro hinlegen!"
Zahlen unterschiedliche Preise für dasselbe Produkt: Thorsten und Britta
Auch ihr Freund Thorsten findet das unsäglich. "Ich meine, wir leben im Jahr 2017!", sagt der Maschinenbauingenieur. "Man sollte meinen, solche Ungerechtigkeiten wären längst Vergangenheit!"
Manchmal kaufe er absichtlich Tampons für Frauen und verwende sie dann selbst, um ein Zeichen zu setzen. Seine Freundin freut sich über diese symbolhafte und gelebte Solidarität. "Wenn alle Männer so handeln würden, okay. Aber es sind zu wenige."
Die Preisdifferenz betrifft laut Studie alle Hersteller. Dabei unterscheiden sich Tampons für Männer in Form, Herstellung und Benutzung nur unwesentlich von denen für Frauen.
Die Antidiskriminierungsstelle hebt hervor, dass der größte Unterschied in der Gestaltung der Verpackung liegt. "Männertampons sind häufig in einem markanten Blau designt und zeigen Symbole der männlichen Lebenswelt", heißt es. "Aber stilisierte Rennautos, Raketen oder Fußballstadien rechtfertigen nicht, dass für das gleiche Produkt fast 30 Prozent weniger gezahlt werden muss", sagen die Autoren und fordern die Industrie auf, die Preise anzugleichen.
Eine Lösung wäre sicherlich in diesem konkreten Beispiel ein Unisex-Produkt für beide Geschlechter. Aber, so die Studie realistisch: "So weit ist die Gesellschaft wohl noch nicht."
pfg; Fotos [M]: Shutterstock
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