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Dienstag, 22. Juni 2021

"Homopropaganda!" – Ungarn verbietet Naturphänomen Regenbogen

Budapest (dpo) - Alles zum Schutz der Kinder: Ab 1. Juli werden Regenbögen auf dem gesamten Staatsgebiet Ungarns verboten sein. Zuvor hatte die Fidesz-Partei des rechtsnationalistischen Regierungschefs Viktor Orbán ein Gesetz im ungarischen Parlament verabschiedet, das jegliche Art von "Werbung" für Homosexualität verbietet. Menschenrechtsgruppen und Meteorologen sind gleichermaßen entsetzt.

Orbán rechtfertigte heute den drastischen Schritt: "Jeder, der behauptet, Regenbögen seien etwas völlig Natürliches oder gar von Gott gewollt, der lügt. Sie sind nicht umsonst das Symbol der homosexuellen Bewegung und müssen daher mit allen Mitteln bekämpft werden, bevor unschuldige Kinder und Jugendliche von dieser Propaganda verführt werden."

Das Gesetz wendet sich nicht nur gegen das atmosphärisch-optische Phänomen, das sich bei entsprechenden Wetter- und Lichtverhältnissen am Himmel zeigt. Betroffen sind auch alle anderen Formen von Regenbögen, wie sie etwa in Benzinpfützen oder auf der spiegelnden Seite von CDs oder DVDs auftreten können.

Künftig ebenfalls verboten: Benzin-Regenbogen

Während der Verkauf optischer Datenspeicher ab 1. Januar generell untersagt sein wird, werden Tankstellenbesitzer angehalten, "jeden verschütteten Tropfen Benzin binnen 60 Sekunden zu entfernen".

Zudem sollen künftig die besten Meteorologen des Landes Maßnahmen erforschen, mit denen bereits die Entstehung von Regenbögen verhindert werden kann. Angedacht sei beispielsweise die großflächige Versprühung eines Gasgemischs, das Wolken rechtzeitig abregnen lässt, bevor sie mit Sonnenschein zusammentreffen. Alternativ könnten landesweit Reflektoren installiert werden, die bei entsprechenden Wetterverhältnissen das Sonnenlicht so umleiten, dass für das menschliche Auge kein Regenbogen mehr zu erkennen ist.

So oder so ähnlich sollen Regenbögen verhindert werden

Finanziert werden soll das Großprojekt "Regenbogen" durch entsprechende Kürzungen beim Bildungsetat. Die ungarische Regierung erhofft sich, dadurch zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Wenn Kinder und Jugendliche gar nicht erst lernen, dass ein Regenbogen ein völlig harmloses und vor allem recht schön anzusehendes Naturschauspiel ist, werden sie auch nicht auf den Gedanken kommen, ihre eigene Regierung könnte sie eventuell auch in anderen Angelegenheiten hinters Licht führen.

jon, ssi; Foto oben: Shutterstock; Hinweis: Erschien schon mal so ähnlich.
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