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Mittwoch, 2. Februar 2022

Vorbild Kirchenstrafrecht: Mafia will ihre Verbrechen künftig selbst aufarbeiten

Neapel (dpo) - Sie machen es jetzt wie die Profis: Weil ihre Mitglieder von der ständigen Strafverfolgung durch die Behörden die Nase voll haben, hat Italiens Mafia heute angekündigt, Verbrechen in den eigenen Reihen künftig nach dem Vorbild der katholischen Kirche selbst aufzuarbeiten, ohne dass sich Polizei oder Staatsanwaltschaft einmischen.

"Wir haben uns lange genug mit dem Gesetz herumgeärgert", so ein Sprecher der gefürchteten Camorra. "Dabei macht die Kirche seit Jahrhunderten vor, wie es geht. Da wollen wir auch hin. Unser Schattendasein muss ein Ende haben, wir wollen jetzt auch staatliche Anerkennung sowie eine eigene Gerichtsbarkeit."

Schon allein aus Gründen der Gleichbehandlung müsse die Mafia dieses Privileg ebenfalls genießen. "Was dem einen in Italien ansässigen Verbrechernetzwerk gestattet ist, darf dem anderen nicht verwehrt werden", so der Sprecher. "Gleiches Recht für alle!"

Künftig will die Mafia selbst bestimmen, wie mit Straftätern in den eigenen Reihen umgegangen wird. "Wenn beispielsweise einer unserer Mitarbeiter zehn Personen mit dem Maschinengewehr erschießt und an Schweine verfüttert, geht das die Polizei und weltliche Gerichte nichts an. Wir versetzen den Übeltäter dann einfach an einen anderen Standort und erinnern uns danach nicht mehr daran. Und wenn das rauskommt, haben die Behörden gefälligst die Schnauze zu halten und nicht irgendwelche Razzien durchzuführen."

Langfristig soll die Mafia so nach eigenem Wunsch eine ähnliche umfassende staatliche Akzeptanz erfahren wie die Kirche, wie der Sprecher erklärt: "Über kurz oder lang wollen wir an einem Punkt angelangen, in dem unsere Vertreter die Regierung offiziell beraten, der Staat direkt für uns alle Schutzgelder eintreibt und wir umfangreiche Steuerprivilegien genießen, ohne mühsam Geldwäsche zu betreiben."

pfg, ssi, dan; Foto: Shutterstock
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