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Mittwoch, 27. April 2022

"Wollen endlich ernst genommen werden" – Stadt Gelsenkir verzichtet auf Verniedlichungsform

Gelsenkir (dpo) - Mit sofortiger Wirkung verzichtet die Stadt Gelsenkir auf das verniedlichende -chen am Ende des eigenen Namens. Wie das Amt für Öffentlichkeitsarbeit mitteilt, soll so das Image der Stadt im Ruhrgebiet gestärkt werden.

Sprecher Jonas Markowiak dazu: "Wir haben in der Vergangenheit oftmals erlebt, dass unsere Stadt, gerade im Vergleich zu umliegenden Städten wie Dortmund, Essen oder auch Bochum, in der öffentlichen Wahrnehmung oft untergeht. Dies hat sich, nicht zuletzt durch den Abstieg von Schalke 04 aus der Bundesliga, in den vergangenen Jahren eher noch verstärkt."

Die Stadtverwaltung konsultierte daher den Marketingpsychologen Wolfram Schechler, der seinen Ansatz wie folgt erklärt: "Das angehängte Diminutiv-Suffix -chen führt unterbewusst dazu, dass die Stadt als klein und unbedeutend wahrgenommen wird. Man muss sich die Frage stellen: Wären etwa Berlin oder Hamburg wirklich das, was sie heute sind, wenn sie Berlinchen oder Hambürgchen hießen?"

Es gebe zwar auch Gegenbeispiele, wie etwa München, doch müsse man sich hier vergegenwärtigen, dass die Situation dort eine ganz andere ist. "Im süddeutschen Sprachraum wird die Verniedlichungsform in der Regel mit -lein bzw. mit -le oder -la gebildet. München würde daher in der Region nur als klein wahrgenommen, wenn es Münlein bzw. Münla hieße."

Eine spontane Umfrage des Postillon am Gelsenkirer Hauptbahnhof zeigt, dass der Experte mit dieser Einschätzung richtig zu liegen scheint. So meint beispielsweise Rebecca Richter: "Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich nicht vor ein paar Wochen nach Essen umgezogen, um in einer richtigen Metropole zu wohnen."

Auch aus der Wirtschaft kommen positive Signale: "Ich halte diese Maßnahme für eine sehr gute Idee, die Gelsenkir ganz stark voranbringen wird", sagt etwa Bernd Ackenberg, Inhaber einer Fabrik für Straßenschilder.

Nachahmer scheint das ambitionierte Gelsenkirer Projekt aber vorerst nicht zu finden. Im Gegenteil: etwas weiter westlich im Ruhrgebiet, in Duisburg, scheint man den umgekehrten Weg gehen zu wollen. Dort ist gerüchteweise eine Umbenennung der Stadt in Duisbürgchen im Gespräch. So wolle man loskommen von einem eher schmutzigen, hässlichen Image und sich ein niedlicheres, einladenderes verschaffen.

sum, ssi; Foto: Shutterstock
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