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Häftlingssport: Neue Boulderwand in Gefängnishof unglaublich beliebt

Hamburg (dpo) - Ein Gefängnis geht neue Wege: Um ihre Insassen zu beschäftigen und die Haftbedingungen durch Freizeitaktivitäten zu verbessern, hat die JVA Fuhlsbüttel in dieser Woche eine Boulderwand im Gefängnishof installiert. Seitdem ist der Andrang riesig.

"Körperliche Ertüchtigung ist immer auch ein Schritt in Richtung Rehabilitation", erklärt Gefängnisdirektor Janosch Rähmer. "Deshalb bemühen wir uns, unseren Häftlingen stets verschiedene Sportangebote zu machen."

Doch bislang habe keine Sportart einen derartigen Ansturm erlebt, wie die neue Boulder-Wand. Seit ihrer Installation an einer der Außenmauern der Justizvollzugsanstalt hat sich dort eine lange Schlange gebildet.

"Selbst sonst eher unsportliche Häftlinge beteiligen sich hier", freut sich Rähmer. "Zum Beispiel der Lichtenberger, der sitzt hier seit fünf Jahren, hat sich nie bewegt. Und stand als einer der ersten hier an, um die Wand zu benutzen. Und jetzt hat er… hm, wo ist der eigentlich? Sonst sitzt er bei Freigang immer da vorne auf der Bank. Na jedenfalls: Die Boulderwand ist ein voller Erfolg, ein echter Durchbruch!"

Tatsächlich scheint einigen Gefangenen die Herausforderung sogar noch nicht groß genug. "Einige, die es schon bis ganz oben geschafft haben, haben sich danach sogar noch Ballast geholt, um es noch anspruchsvoller zu machen", so Rähmer. "Die haben sich schwere Bolzenschneider und Seile aus unserer Werkstatt geholt, haben sich die auf den Rücken geschnallt und sind danach gleich wieder hochgeklettert."

Rähmer vermutet, dass seine Häftlinge womöglich auch deshalb so begeistert vom Bouldern sind, weil sie nach den Feiertagen versuchen, unnötige Pfunde loszuwerden. "Das würde zumindest auch erklären, warum immer weniger Häftlinge zu den Mahlzeiten erscheinen."

fwe, ssi, dan; Foto: Shutterstock
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