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Kinder in Bayern, Sachsen und Schwaben in Angst: CDU fordert Deutschpflicht auf dem Schulhof

München, Dresden, Stuttgart (dpo) - Eine politische Forderung der Christdemokraten sorgt bei Kindern in weiten Teilen Deutschlands, darunter insbesondere Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Hessen, für Angst und Schrecken. CDU-Generalsekretär Mario Czaja hatte am Mittwoch gefordert, eine Deutschpflicht auf Schulhöfen einzuführen.

"Jo mei! I koann des doch üabahaupst goa neda!", ärgert sich etwa Drittklässler Leon Oberlechner aus dem oberbayerischen Traunstein. "Wenni jetz af oamol Deitsch reda missert, wari verloarn."

Wie ihm geht es zahlreichen Schülern aus Bundesländern wie Baden-Württemberg, Sachsen oder Hessen, in denen Deutsch insbesondere in ländlichen Gegenden nach wie vor Fremdsprache ist. "Diese bleda Seggl vo der CDU! Des isch do oifach brunzdumm", empört sich Elternsprecherin Tanja Lohnert aus Biberach. "Wie sollat unsre Kindr des schaffa? Mir werda dagega Brodeschd einlega."

Große Verunsicherung herrscht bei den Schülern auch darüber, wie die Deutschpflicht in der Praxis auf den Schulhöfen durchgesetzt werden soll. "Kummd dann bletzli su a Aansachzichkind mid anner diefen Stimma aafn Schullhof und froochd dann su anderkawermäßich rum, dass fei ah ja jedder Deidsch redd?", fragt eine Schülerin aus dem Nürnberger Umland besorgt. "Do kommer doch ball kam mehr draua! Do werdmer doch baranoid!"

Viertklässler Maik-Ronny Cindy aus Sachsen beklagte gar: "Eyoh nee bübsch bandü lömooo. Räbü lääää? Schoschelü! Böbö rädööö. Ei verbibbsch!"

Noch ist nicht klar, wie und ob die CDU die Deutschpflicht auf Schulhöfen durchsetzen wird. Mehrere Union-Landesverbände im Süden und Osten sowie die CSU meldeten aber inzwischen ernste Bedenken an.

ssi, dan; Foto: Shutterstock
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