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Wegen Anstiftung zu öffentlicher Unruhe: Nawalnys Leichnam bei Beerdigung verhaftet

Moskau (dpo) - Erneut ist Alexei Nawalny mit dem russischen Staat aneinandergeraten: Weil auf seine Beerdigung tausende Menschen kamen, die seinen Namen skandierten und die Freilassung politischer Gefangener forderten, wurde der Leichnam des Kreml-Kritikers heute öffentlich festgenommen. Nun droht ihm erneut Arbeitslager.

"Auch nach seinem Tod kann Herr Nawalny nicht einfach tun und lassen, was ihm beliebt", so ein Sprecher der Moskauer Polizei. "Dass er Menschen zu Sprechchören und allgemeiner Unruhe animiert, ist ein absolutes Unding."

Kurz zuvor hatten Polizisten die Trauerfeier gestürmt, dem Leichnam von Nawalny Handschellen angelegt und dann seinen Sarg vor den Augen der entsetzten Trauergäste aus der Kapelle getragen.

Insider vermuten, dass der Befehl zur Festnahme Nawalnys direkt von Wladimir Putin stammt. Dabei könnte auch Neid ein Motiv darstellen. Immerhin war die Schlange vor der Beerdigung Nawalnys mehrere hundert Meter lang und damit mehrere hundert Meter länger als die Schlange der Menschen, die eines Tages für Putins Beerdigung anstehen werden.

Unklar ist noch, welche Strafe Nawalnys Leichnam nun droht. Experten rechnen aber damit, dass ihn mindestens dreimal todeslänglich erwartet.

pfg, ssi, dan; Foto: dpa
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