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Supermarkt-Kassierer nahm Geld von Kunden an – Kündigung!

Stralsund (dpo) - Wie korrupt kann man sein? In Stralsund soll ein Edeka-Mitarbeiter über Jahre hinweg Geld von Kunden angenommen haben. Der Betreiber des Supermarkts hat ihn nach Bekanntwerden der Praktik selbstverständlich sofort fristlos entlassen.

"Kameraufnahmen zeigen: Der Mitarbeiter Felix L. hat systematisch immer wieder Geld von Kunden akzeptiert, ohne mit der Wimper zu zucken", heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmensverbunds. "Das geht natürlich gar nicht und verstößt gegen alles, wofür wir bei Edeka stehen."

Tatsächlich soll Felix L. über mehrere Jahre Tag für Tag Geld von tausenden Kunden angenommen und anschließend frech in eine Schublade gesteckt haben, die vor seinem Arbeitsplatz angebracht ist. Andere ließ er mit Karte über ein ausgeklügeltes EC-System bezahlen.

Im Gegenzug für das Geld schritt er offenbar nicht ein, wenn die Kunden Waren aus dem Besitz der Edeka-Filiale einfach mitnahmen. Zeugen zufolge wurden so wagenweise Güter weggekarrt und anschließend in Autos verladen.

Bei der Festlegung der Höhe der Schmiergelder nutzte L. offenbar auf den Waren angebrachte Zahlen, die grob dem Wert der Waren entsprachen.

"Wir haben uns schon gewundert, warum die Bestände in unseren Regalen Tag für Tag drastisch zurückgegangen sind", beklagt Filialchefin Illona Horbschad. "Wir mussten deshalb ständig neue Waren per Lkw herankarren. Dabei ist uns natürlich ein immenser Schaden entstanden."

Dieser wurde glücklicherweise stark dadurch gemindert, dass Edeka-Mitarbeiter Felix L. das gesamte angenommene Geld immer nach Dienstschluss bei seinen Vorgesetzten ablieferte.

"Das war ehrlich gesagt sogar eine ganze Ecke über dem, was wir für die Waren ausgegeben haben", räumt Horbschad ein. "Wir haben also eigentlich sogar Gewinn gemacht. Aber das Vertrauen in ihn ist jetzt natürlich futsch."

Derzeit prüft Edeka über die Kündigung hinaus rechtliche Schritte gegen L. sowie mehrere 1000 Kunden, die in den letzten Jahren in den Austausch von Waren gegen Geld involviert waren.

Zudem steht ein weiterer Verdacht im Raum, der ganz bis in die Führungsspitze reichen könnte: L. soll auch von seinem Arbeitgeber Edeka monatlich Geld angenommen haben.

dav, ssi; Foto: picture alliance / dpa Themendienst | Benjamin Nolte
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