Stuttgart, Karlsruhe (dpo) - Nach dem denkbar knappen Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg kommen aus der Union Forderungen nach einer Aufteilung des Ministerpräsidentenamts zwischen Grünen und CDU. Nun zeichnet sich ein Kompromiss ab: Das Bundesland soll demnach wieder entlang historischer Grenzen in Baden und Württemberg aufgeteilt und getrennt regiert werden.
"Nach aktuellem Stand wird Cem Özdemir als Ministerpräsident von Württemberg in Stuttgart regieren", bestätigte ein Sprecher der Grünen den überraschenden Deal. "Und Manuel Hagel wird als Ministerpräsident von Baden in Karlsruhe regieren."
Die Aufteilung soll mindestens bis zur nächsten Landtagswahl in fünf Jahren bestehen bleiben. Für die Wähler ist dies eine komfortable Situation: Sie können dann erstmals direkt vergleichen, ob die CDU oder die Grünen ihren jeweiligen Landesteil weiter heruntergewirtschaftet haben und dann entsprechend wählen.
Bis zur Landtagswahl 2031 hat Deutschland damit offiziell 17 Bundesländer. Sowohl Baden als auch Württemberg haben drei Stimmen im Bundesrat.
Die Wiederaufteilung Baden-Württembergs in Baden und Württemberg stößt auch in der Bevölkerung auf breite Zustimmung. Viele Badener begrüßen es, endlich nicht mehr mit Württemberg in Verbindung gebracht zu werden, während viele Württemberger es begrüßen, endlich nicht mehr mit Baden in Verbindung gebracht zu werden.
anh, ssi, dan; Fotos: Imago
