Berlin, Leipzig (dpo) - Es wird nicht ruhig um ihn: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat im Vorfeld der Leipziger Buchmesse (der Postillon wird mit einem Stand vor Ort sein!) ein Verbot für alle Bücher, Zeitschriften und Webseiten angekündigt, die linksbündigen Text enthalten.
"Es kann nicht sein, dass wir in Deutschland Bücher zulassen, in denen linksbündiges Gedankengut verbreitet wird", erklärte Weimer sein Vorhaben. "In einer Demokratie sollte Text zentriert sein, also in der Mitte stehen, und sich nicht an den extremen linken Rand drängen."
Legal sind künftig nur noch Bücher mit rechtsbündigem oder zentriertem Text. In Blocksatz verfasste Texte seien aufgrund ihres hohen linksbündigen Anteils ebenfalls verdächtig. "Die lassen wir bis auf Weiteres vom Verfassungsschutz beobachten", so Weimer.
Eine Umfrage, die das in Weimers Besitz befindliche Magazin "The European" im Auftrag Weimers unter 200 repräsentativ ausgewählten Skinheads durchführen ließ, stützt Weimers Vorhaben. Die überwältigende Mehrheit der Befragten sprach sich strikt gegen linksbündig gedruckte Bücher aus sowie gegen Bücher generell.
Bürger, die nicht in den Verdacht geraten wollen, linksbündige Bestrebungen zu hegen, werden aufgerufen, Bücher mit entsprechend gesetztem Text bei den örtlichen Behörden abzugeben, damit sie öffentlichkeitswirksam verbrannt werden können.
tc, ssi, dan; Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress
