Berlin, Wien (dpo) - Kurz nach dem Finale des Eurovision Song Contest schließt sich nun auch Deutschland überraschend dem ESC-Boykott von Spanien, Island, Slowenien, Irland und den Niederlanden an. Als Grund nannte die verantwortliche ARD moralische Bedenken angesichts der Teilnahme Israels.
"Wir haben es uns anders überlegt: Der Auftritt von Sarah Engels im Finale ist null und nichtig", erklärte ARD-Programmchefin Christine Strobl. "Wir fordern die Organisatoren und alle Sendeanstalten auf, den deutschen Beitrag aus den Aufzeichnungen zu entfernen und den Song sowie das Ergebnis nicht weiter zu erwähnen."
Die Begründung für den späten Boykott laut Strobl: "Mit Israel nimmt ein Land am ESC teil, das in Gaza einen völkerrechtswidrigen Krieg mit zehntausenden Opfern in der Zivilbevölkerung führt. Dagegen müssen wir unsere Stimme erheben. Sarah Engels' Stimme vergessen Sie dagegen bitte lieber. Wir tun es auch."
Dass sich eine öffentlich-rechtliche deutsche Sendeanstalt so klar gegen das Vorgehen Israels positioniert, kommt einer Sensation gleich. Für Strobl jedoch eine Selbstverständlichkeit: "Uns geht es rein um die moralische Tragweite und um nichts sonst. Solidarität mit Gaza! Free Palestine! From the River to the Sea! Wassermelonen-Emoji!"
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