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Multimillionär vergisst bei seinen Aufforderungen, dass alle den Gürtel enger schnallen müssen, mysteriöserweise immer Multimillionäre

Berlin (dpo) - Das ist aber seltsam: Multimillionär und Bundeskanzler Friedrich Merz fordert ständig, dass alle härter arbeiten und den Gürtel enger schnallen müssen, vergisst dabei aber mysteriöserweise immer die Gruppe der Multimillionäre.

Wieso vergisst der Bundeskanzler, der bislang nicht durch Gedächtnislücken auffiel, bei seinen Einschwörungen auf schwere Zeiten immer ausgerechnet die reichsten Menschen des Landes? Ist das reiner Zufall? Oder handelt es sich um eine besonders seltene Form der Demenz?

Neurologin Heike Kalmuth will sich nicht festlegen: "Für mich gibt es da keine offensichtlichen medizinischen Ursachen, weshalb unser schwerreicher Bundeskanzler bei solchen Ermahnungen immer die Schwerreichen vergisst. Ich halte es eher für wahrscheinlich, dass er schlicht aus zeitlichen Gründen nicht dazu kommt und diesen Teil seiner Rede bei Gelegenheit nachreichen wird."

Dabei wären die Reichsten sogar diejenigen, die am ehesten den Gürtel enger schnallen könnten. "Multimillionäre haben deutlich mehr Geld, Freizeit, Lebenserwartung und Yachten als einfache Arbeitnehmer, deren Arbeitszeit Merz so dringend erhöhen will", erklärt Ökonom Hans-Peter Peterhans. "Außerdem wachsen ihre Vermögen seit Jahren und durch alle Krisen hindurch ungebremst. Denen würde es nicht mal sonderlich weh tun, wenn man sie etwas mehr belastet."

Eine Anfrage des Postillon beim Bundeskanzleramt, warum Multimillionäre, Privatflugzeugbesitzer und Hedgefondsmanager nicht stärker in Verantwortung gezogen werden sollen, blieb bislang unbeantwortet.

ssi, dan; Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen
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