Rastatt (dpo) - Er hat es nicht leicht: Holger Wenninger aus Rastatt ist von Beruf Zauberer und gleichzeitig leidenschaftlicher Motorradfahrer. Doch zu seinem großen Frust kann er seine Maschine im Gegensatz zu anderen Bikern nicht abdecken, um sie vor Wind und Wetter zu schützen.
"Es ist total ärgerlich", klagt der 33-Jährige, der mit seinem Motorrad oft zu Auftritten fährt. "Jedes Mal, wenn ich versucht habe, meine Maschine mit einer Abdeckplane zu schützen, war sie einfach verschwunden, sobald ich die Plane mit Schwung wieder heruntergezogen habe. So habe ich schon zwei Motorräder verloren."
Statt seines Motorrads sei beim einen Mal ein Kaninchen, beim anderen Mal seine verdutzte Assistentin unter der Plane zum Vorschein gekommen.
"Das klingt jetzt vielleicht ganz witzig, aber ein Bike kostet tausende Euro", klagt Wenninger. "Außerdem musste ich meiner Assistentin danach das Taxi nach Hause bezahlen."
Dabei gehört das Abdecken des Motorrads für viele Biker zum Standardprozedere – immerhin ist das Zweirad so zuverlässig vor Umwelteinflüssen wie Witterung, UV-Bestrahlung, Schmutz, Staub und Beschädigungen durch Tiere geschützt.
"Ich fürchte, das ist eine Art Berufskrankheit", so Wenninger. "Ich werde mich wohl damit abfinden müssen, dass ich mein Motorrad nicht abdecken kann. Aber es schmerzt, wenn ich sehe, dass Laub drauf liegt oder in den Nähten des Sitzes das Moos zu wachsen beginnt."
Es ist nicht die einzige Aktivität, bei der ihm sein Beruf in die Quere kommt. Auch wenn er Holz zersägt, kommt es immer wieder vor, dass es plötzlich wieder intakt ist. Und wenn er ein Taschentuch aus der Tasche ziehen will, weil ihm die Nase läuft, ist es jedes Mal mindestens 20 Meter lang.
bop, ssi
