Berlin (dpo) - So eine dreiste Kundentäuschung gab es schon lange nicht mehr: Die Auszeichnung "Goldener Windbeutel" für die dreisteste Werbelüge des Jahres geht diesmal an die Auszeichnung "Goldener Windbeutel". Der Preis halte so gut wie nichts von dem, was er verspreche, so der Verein Foodwatch, der die Trophäe vergibt.
"Leider haben wir die Auszeichnung 'Goldener Windbeutel' für unsere Auszeichnung 'Goldener Windbeutel' redlich verdient", räumt Foodwatch-Geschäftsführer Jörg Rohwedder zerknirscht ein. "Gerade ein Negativpreis für Kundentäuschung sollte mit gutem Beispiel vorangehen und nicht selbst eine dreiste Kundentäuschung sein."
Analysen von Foodwatch hatten zuvor ergeben, dass der einmal im Jahr von Foodwatch verliehene "Goldene Windbeutel" weder aus Gold besteht, noch essbar ist, wie es der Name suggeriert.
In der Begründung von Foodwatch heißt es: "Der sogenannte 'Goldene Windbeutel' besteht aus billiger Pappmaché, die mit goldener Farbe besprüht und auf eine tellerförmige Spanplatte montiert wurde. Das widerspricht nicht nur sämtlichen Erwartungen, die ein durchschnittlicher Verbraucher gemeinhin an Ware mit dem Namen "Windbeutel" hat, sondern steht auch im Widerspruch zu den Leitsätzen für Feine Backwaren des Deutschen Lebensmittelbuchs. Diese identifizieren Windbeutel als "mit Schlagsahne gefüllte Gebäcke (…) mit einem Dekor aus Puderraffinade".
Von einem Verzehr des "Goldenen Windbeutels" raten die Experten klar ab – es drohen gesundheitliche Schäden und schwere Verdauungsprobleme.
Immerhin: Der Negativpreis scheint Wirkung zu zeigen. Foodwatch hat angekündigt, seine Auszeichnung zu überarbeiten. Ab nächstem Jahr soll sie zu 100 Prozent aus 24-karätigem Gold bestehen und essbar sein.
pga, ssi, dan; Foto: IMAGO / brennweiteffm
