Berlin (dpo) - Dass Friedrich Merz seinen Fraktionschef Jens Spahn zum Rücktritt drängte, wurde von vielen Beobachtern als kluges Manöver gesehen. Doch inzwischen herrschen im Kanzleramt Zweifel, ob der Schritt wirklich hilfreich war – immerhin ist Merz nun selbst der unbeliebteste Politiker Deutschlands.
"Wieso musste ich ausgerechnet den einzigen Politiker loswerden, der in Politiker-Beliebtheitsrankings immer zuverlässig unter mir stand?", klagt der Kanzler. "Beim Jens konnte ich mir immer sicher sein, dass der nächste Skandal schon um die Ecke ist und er mir nicht zu nahe rückt."
Zwar war der Bundeskanzler schon vorher unbeliebt und leistete sich Fehltritte, aber solange er sich neben Jens Spahn stellen konnte, wirkte er stets wie ein weiser, seriöser Staatsmann.
Er blickt nachdenklich auf die Liste. "Jetzt steh ich alleine ganz unten und Katherina Reiche ist einen Platz über mir in unerreichbarer Ferne. Vielleicht sollte ich mir bei ihr ein paar Tipps holen. Wie schafft sie es, die Herzen zu erobern?"
Alternativ überlegt Merz, für die Spahn-Nachfolge Andreas Scheuer (CSU) vorzuschlagen.
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