Berlin (dpo) - Ein Mann, der sich als Teil der Führungsspitze einer Partei, die gegen Leihmutterschaft ist, jahrelang gegen Leihmutterschaft einsetzte, hat sich ein Baby bei einer Leihmutter geholt.
"Wir sind überglücklich und schockverliebt in den kleinen Mann", so Jens Spahn (CDU), der mit einer Leihmutterschaft im Ausland das geltende Recht in Deutschland umging, für dessen Aufrechterhaltung er als Minister selbst gesorgt hatte.
"Uns ist bewusst, dass beim Thema Leihmutterschaft oft Unsicherheit herrscht und auch manches Vorurteil besteht", erklärte der 46-Jährige weiter, der noch vor einigen Jahren erklärt hatte, sich als Christ "nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden" zu können. "Aber wie sagte der große Franz Beckenbauer: 'Der liebe Gott freut sich über jedes Kind.'"
"Er ist unser ganzes Glück", so Jens Spahn, der noch 2020 die Forderung der FDP nach einer zumindest teilweisen Legalisierung der Leihmutterschaft zurückgewiesen hatte.
ssi, dan; Foto: Daniel Funke
