München, Hamburg, Berlin (dpo) - Drei der wichtigsten Nachrichtenmedien Deutschlands haben ein neues Recherchetool vorgestellt. "Spiegel", "Zeit" und "Süddeutsche Zeitung" haben nach eigenen Angaben Millionen Mitgliedskarten der NSDAP mit SS-Akten und dem Hunderegister des Dritten Reichs abgeglichen. Nun kann erstmals recherchiert werden, ob der Hund Ihrer Oma in der NSDAP war.
"Viele Menschen quält bis heute der Gedanke, dass der geliebte Familienhund ihrer Großeltern oder Urgroßeltern in Naziverbrechen involviert gewesen sein könnte", erklärt eine Sprecherin des Spiegel-Verlags. "Was tat er ab 1939? War er an Kriegsverbrechen beteiligt? Gehörte er der Hunde-SS "Fress-Fress" an? Die meisten Hunde sprachen nie darüber."
Bislang konnte man sich also nie sicher sein, auch wenn einschlägige Namen wie "Blondie", "HaSSo", "Fifidolf" oder "Buchenwaldi" schon vorher Anlass zur Sorge gaben.
Das Tool ist nach Angaben der drei Nachrichtenmedien denkbar einfach: Man gibt den Namen des Hundes der eigenen Vorfahren in die Suchmaske ein. Anschließend wird er mit allen Akten abgeglichen.
Langfristig wollen "Spiegel", "Zeit" und "SZ" noch weitere Recherchetools anbieten. So kann bald herausgefunden werden, ob Opas Wohnzimmereinrichtung im Bund Deutscher Möbel (BDM) war.
tc, ssi, dan
