Magdeburg (dpo) - Es ist ein bewegendes Video, das die sachsen-anhaltische Staatskanzlei in Magdeburg heute veröffentlichte: In dem emotionalen Clip fleht Ministerpräsident Sven Schulze auf Knien Bundeskanzler Friedrich Merz an, auf dessen für heute Abend geplanten Besuch in Sachsen-Anhalt im Rahmen eines Wahlkampfauftritts zu verzichten.
"Lieber Friedrich Merz", bettelt Schulze, während er die gefalteten Hände flehentlich in Richtung Kamera ausstreckt. "Bitte tu uns das nicht an! Wir haben hart daran gearbeitet und befinden uns gerade wieder ein bisschen im Aufwind. Wenn du jetzt kommst, dann wird wieder alles zunichtegemacht."
Interne Berechnungen der CDU Sachsen-Anhalt hatten zuvor ergeben, dass jeder Wahlkampftermin von Merz die Partei etwa 4 Prozentpunkte kosten dürfte. Schon fünf Auftritte könnten so dazu führen, dass die Union an der Fünfprozenthürde scheitert.
"Das wäre der Todesstoß für unseren Wahlkampf", so Schulze. "Gibt es nicht vielleicht irgendetwas Wichtiges in Washington zu besprechen, das keinen Aufschub duldet? In Delhi oder Tokio oder Peking waren Sie auch schon lange nicht mehr."
Andere scheinen einen Eingriff von Merz in den Wahlkampf allerdings durchaus zu begrüßen. AfD, Linke, Grüne, SPD und BSW forderten den Bundeskanzler sogar explizit auf, Sachsen-Anhalt vor dem Wahltag so oft wie möglich zu besuchen.
pfe, ssi, dan; Foto: picture alliance / AAPimages/Wehnert/Gränzdörfer (Merz) + Shutterstock + KI
