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Typ, der immer fordert, dass alle mehr arbeiten, macht vier Wochen am Stück Urlaub

Arnsberg (dpo) - Das hat er sich verdient: Ein Typ, der seit Jahren predigt, dass alle mehr arbeiten müssen, befindet sich bereits seit über drei Wochen im Urlaub und kehrt voraussichtlich erst am 26. August wieder an seinen Arbeitsplatz im Bundeskanzleramt zurück. Insgesamt hatte er dann 28 Tage frei.

"Wir alle müssen aufpassen, dass wir vor lauter Work-Life-Balance nicht die Arbeit aus dem Blick verlieren", hatte Bundeskanzler Friedrich Merz, dessen Urlaub fast schon als Sabbatical bezeichnet werden müsste, noch kurz nach seinem Amtsantritt gesagt. Um die Arbeitskosten zu senken, müssten "wir uns alle gegenseitig versprechen, dass wir insgesamt wieder durch Mehrarbeit, durch mehr Leistung eine höhere volkswirtschaftliche Leistung in Deutschland erbringen."

Derartige Aussagen scheinen an den Kräften des CDU-Politikers gezehrt zu haben. Anders ist kaum zu erklären, warum er allein in diesem Jahr bereits um die 30 Urlaubstage genommen hat (Ostern 4, Sommer 22, 3-4 weitere) – mehr als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im ganzen Jahr zur Verfügung hat.

"Wir müssen in diesem Land wieder mehr und vor allem effizienter arbeiten", so Langzeiturlauber Merz noch im Mai 2025. Und in einer Rede vor der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau im Januar 2026: "Insgesamt müssen die Arbeitszeiten in Deutschland steigen."

Eine Anfrage des Postillon an den Bundeskanzler, warum er trotz dieser Aussagen so lange Urlaub macht, wurde bislang noch nicht beantwortet, weil sich der Bundeskanzler derzeit im Urlaub befindet.

ssi, dan; Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler
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