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Neuer Weltrekord: Elternabend endet nach 2 Tagen, 4 Stunden und 23 Minuten

Bergheim (dpo) - Große Ehre für die Lukas-Podolski-Grundschule in Bergheim! Der Elternabend der Klasse 1c (Erdmännchenklasse) wird im "Guinness-Buch der Rekorde" verewigt: Mit einer Dauer von zwei Tagen, vier Stunden und 23 Minuten gilt er als längster Elternabend der Welt.

Als die Eltern am 14. September um 19:00 Uhr ohne Nahrung, Schlafsäcke, Ersatzkleidung oder Hygieneartikel das Klassenzimmer ihrer Kinder betraten, konnten sie noch nicht ahnen, dass sie nur wenige Tage später Geschichte schreiben würden.

Zunächst begann alles wie immer: Klassenlehrerin Susanne Kampmann begrüßte die Eltern und bat um eine kurze Vorstellungsrunde.

Bereits hier deutete sich an, dass es ein etwas längerer Abend werden könnte: Zwei Mütter und vier Väter nannten neben ihrem Namen und Alter auch ihre Konfession, ihre Hobbys und ihren Beruf und führten aus, wie Arbeit und Familie in der heutigen Zeit miteinander in Einklang zu bringen seien.

Dann wurde der Klassenpflegschaftsvorsitzende gewählt, wobei sich zunächst kein williger Kandidat fand. Nachdem alle Beteiligten rund viereinhalb Stunden lang schweigend und betreten zu Boden blickten, meldeten sich schließlich eine Mutter und ein Vater heldenhaft mit den Worten "Naja, wenn sonst niemand will" zu Wort. Da jedoch nur eine Person zum Klassenpflegschaftsvorsitzenden gewählt werden kann, war eine Wahl nötig.

Im ersten Wahlgang erhielten die beiden Kandidaten, Herr Busch-Seifert und Frau Haddad, jeweils elf Stimmen bei einer ungültigen Stimme. Im zweiten Wahlgang erhielten Herr Busch-Seifert und Frau Haddad jeweils elf Stimmen bei einer ungültigen Stimme. Im dritten Wahlgang erhielten Herr Busch-Seifert und Frau Haddad jeweils elf Stimmen bei einer ungültigen Stimme. Im vierten Wahlgang zog sich Frau Haddad aus dem Rennen zurück und erhielt Standing Ovations, mehrere Dankesreden sowie einen Blumenstrauß.

Der ursprünglich als kurzer Programmpunkt vorgesehene Themenbereich "Sitzverteilung" erstreckte sich anschließend über weitere drei Stunden, nachdem Maras Mutter deutlich gemacht hatte, dass ihre Tochter neben Medira sitzen müsse und nicht wie aktuell neben Lena.

Dies veranlasste weitere Eltern dazu, die aktuelle Sitzordnung infrage zu stellen, was eine mehrstündige Debatte zur Folge hatte.

Nach 14 Stunden wurde es bei Tagesordnungspunkt vier, gleich nach dem Auftritt des Spielmannszugs, spannend: Bei "Verschiedenes" erklärte Klassenlehrerin Susanne Kampmann, die Kinder könnten ihren Geburtstag in der Klasse feiern und den anderen Kindern eine Kleinigkeit, etwa einen Keks, ein Stück Kuchen oder ein Tütchen Gummibärchen, ausgeben. Als Herr Heinen sagte, sein Sohn Felix habe an einem Sonntag Geburtstag, erklärte Kampmann: "Felix kann auch tags drauf nachfeiern." Als danach Frau Martens berichtete, ihr Sohn Milo habe in den Herbstferien Geburtstag, antwortete Kampmann: "Milo kann auch nach den Herbstferien nachfeiern." Als wenig später Frau Arslan meldete, ihre Tochter Mira habe an Neujahr Geburtstag, erwiderte Kampmann: "Mira kann auch im neuen Jahr nachfeiern."

Nach 35 Stunden berichteten die ersten Eltern vom Verlust der Konzentration, des Gleichgewichts und des Lebenswillens. Der Vorsitzende des Fördervereins nutzte die nachlassende Gegenwehr, um neue Mitglieder zu rekrutieren.

Drei Stunden vor Ende der Veranstaltung machte Kampmann noch einen verheerenden Fehler, indem sie wissen wollte, ob es noch Fragen gebe.

Nach zwei Tagen, vier Stunden und 23 Minuten bemerkte die Klassenlehrerin schließlich, dass sie zu Beginn keinen Protokollanten hatte wählen lassen und brach die Veranstaltung entsetzt ab. Durch diesen Formfehler ist der Elternabend ungültig und muss binnen sieben Tagen wiederholt werden.

Mit dem neuen Weltrekord überbieten die Eltern der Klasse 1 c der Lukas-Podolski-Grundschule den bisherigen Rekord einer Schweizer Primarschule aus dem Jahr 2023 um mehr als sieben Stunden.

pfe, dav, ssi, dan; Foto [M]: picture alliance / Sportpics | Marc Schueler
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