Vatikan (dpo) - Die überraschende Lungen-OP von Papst Leo rückt einen Mann ins Rampenlicht, der sonst eher unbeachtet bleibt: Bis zur Genesung des Pontifex übernimmt erstmals Vize-Papst Fridolin II. die Amtsgeschäfte.
Selbst unter Gläubigen ist Fridolin II. keine allzu bekannte Figur. Dabei ist die Rolle des 73-jährigen Letten, der mit bürgerlichem Namen Kristaps Rudzītis heißt, für die Funktion der Kirche zentral: Fällt ein Papst aus gesundheitlichen Gründen aus, übernimmt der sogenannte "Stellvertreter des Stellvertreters Gottes auf Erden" mit sofortiger Wirkung alle päpstlichen Aufgaben.
Dazu gehören Segnungen, Wunderheilungen, Teufelsaustreibungen, der Oberbefehl über die Schweizergarde sowie das Verfassen von Schriften darüber, warum Homosexualität schlecht ist.
Es ist das erste Mal, dass Fridolin II., der im Konklave 2025 gemeinsam mit Leo gewählt worden war, für diesen einspringen muss. Solange Leo normal arbeiten kann, ist der Vize-Papst lediglich für die Reinigung des päpstlichen Taubenschlags sowie für das Nachfüllen von Tränenflüssigkeit in weinende Marienstatuen zuständig.
Die meisten Experten gehen davon aus, dass Fridolins kurzes Stellvertreterpontifikat keine aufsehenerregenden Neuerungen mit sich bringen wird. Andere hingegen trauen dem Vize-Papst durchaus Reformen zu: So ließ er Nudelgerichte in der vatikanischen Mensa bereits von Farfalle auf Fusilli umstellen und drehte den Thermostat im Lateran von 21,7 auf 20,5 Grad herunter.
ssi, dan; Foto: Shutterstock+KI