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Freitag, 9. März 2018

Kabinett Merkel IV: Alle Minister der Großen Koalition im Überblick

Nachdem heute die SPD als letzte Regierungspartei ihre Ministerinnen und Minister bekanntgab, ist das Kabinett der Großen Koalition endlich vollständig. Der Postillon hat ganz genau recherchiert und stellt Ihnen die Personen vor, die in den nächsten vier Jahren Deutschland regieren:


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
Gleich bei der ersten Personalie kommt es zu einer faustdicken Überraschung: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in der neuen Regierung Merkel das nicht ganz unwichtige Amt der Bundeskanzlerin bekleiden. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, der sich dieses Amt ebenfalls gewünscht hat, geht leer aus.

Vize-Kanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD)
Zur Belohnung, weil er den G20-Gipfel in Hamburg vollkommen versemmelt hat, darf der bisherige Bürgermeister der Hansestadt das Finanzministerium übernehmen. Vorbereitet auf den Job hat sich Scholz durch monatelanges Rollstuhlfahren und indem er regelmäßig armen Griechen ins Gesicht gespuckt hat. Als Vizekanzler darf Scholz außerdem immer dann das Land regieren, wenn Merkel im Urlaub ist, schläft oder mal kurz auf Toilette muss.

Innenminister Horst Seehofer (CSU)
Horst Seehofer wird Heimat- und Innenminister. Als erste Amtshandlung kündigte er an, den Freistaat Bayern zum ersten Mal in seinem Leben zu verlassen und sich "dieses Deutschland mal" anzusehen, für dessen innere Sicherheit er künftig "ja auch irgendwie mitzuständig" sein wird. Kritiker, die fürchten, Seehofer werde sein Heimatbundesland bei der inneren Sicherheit bevorzugen, beschwichtigte das mit 68 Jahren älteste Kabinettsmitglied: "Alle Investitionen in Sicherheit werden Fifty-Fifty zwischen Bayern und Deutschland aufgeteilt. Jo mei, zefix!"

Außenminister Heiko Maas (SPD)
Künftig darf SPD-Mann Heiko Maas im Auftrag der Bundesregierung die Welt bereisen, die rund 198.444 mal größer ist als seine Heimat, das Saarland. Zusätzlich profitiert der derzeit wegen seines Netzwerkdurchsetzungsgesetzes und seines Umfallens bei der Vorratsdatenspeicherung verhasste Ex-Justizminister davon, dass Außenminister seit jeher in der Bevölkerung beliebt sind. Spätestens zum Ende seiner Amtszeit dürfte er damit exakt neutralisert sein. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, der sich dieses Amt ebenfalls gewünscht hat, geht leer aus.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)
Durch die Ernennung Jens Spahns zum Gesundheitsminister muss endlich niemand mehr befürchten, dass Pharma-Lobbyisten die Entscheidungen in diesem Ressort beeinflussen. Da Jens Spahn nämlich jahrelang Pharma-Lobbyist war, kann er sich einfach direkt selbst davon überzeugen, die besten Entscheidungen im Interesse der Pharmaindustrie zu treffen.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD)
Mit Hubertus Heil zieht einer der wenigen Politiker ins Arbeitsministerium ein, der auf Wikipedia keinen Eintrag unter "Politische Positionen" oder "Kontroversen" hat. Das liegt daran, dass er weder eine eigene Meinung hat noch je irgendwo angeeckt wäre. Mit dieser bei den Sozialdemokraten inzwischen als Schlüsselqualifikation geltenden Fähigkeit ist von Heil zwar politisch nichts zu erwarten, doch langfristig hat er hervorragende Chancen, als SPD-Kanzlerkandidat gegen Merkel bei der Bundestagswahl 2021 zu verlieren und Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident zu beerben.

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU)
In jedem Kabinett gibt es traditionell einen Posten, der lediglich als praktischer Witz vergeben wird und einzig und allein dazu dient, die anderen Minister gut aussehen zu lassen. Während in der vorletzten Legislaturperiode Entwicklungsminister Dirk Niebel diese Rolle übernehmen durfte und in der letzten Alexander Dobrindt, ist jetzt Andreas Scheuer an der Reihe. Begonnen hat er seine Karriere übrigens als Stunt-Double von Karl Theodor zu Guttenberg.

Hanfminister Cem Özdemir (Grüne)
Niemand weiß, wie es Oppositionspolitiker Cem Özdemir gelungen ist, ein Ministerium zu ergattern, doch der Schwabe ist in den kommenden vier Jahren Minister für Cannabis, Chillaxen und Reggae. Er kündigte an, noch in dieser Legislaturperiode die vollkommene Legalisierung von Marihuana durchzusetzen, falls er, so Özdemir wörtlich, "das Ganze nicht irgendwie verpeil[t] und vier Jahre nicht vom Sofa hochkomm[t]".

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU)
Offenbar hat der bisherige Kanzleramtschef und Bundesminister für besondere Aufgaben seine besonderen Aufgaben (Hosenanzüge bügeln, Kanzleramt nass wischen, Telefonstreiche bei Seehofer machen) zufriedenstellend erledigt: Peter Altmaier wechselt ins Ressort Wirtschaft, wo er neben der Kanzlerin künftig auch noch den Konzernen und der deutschen Waffenindustrie die Wünsche von den Lippen ablesen darf.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD)
Niemand weiß, wer Svenja Schulze ist. Niemand hat sie bislang jemals irgendwo gesehen. Es existiert leider auch kein Foto.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU)
Weil Ursula von der Leyen ihr Amt stets tadellos ausgeübt, das Heer modernisiert und in allen Skandalen souverän geglänzt hat, darf die Verteidigungsministerin auch weiterhin dafür sorgen, dass die Bundeswehr mit ihren fünf rostigen Panzern und drei Flugzeugen alle 129 Auslandseinsätze erfolgreich bestreiten kann. Gut für sie: Da von der Leyen das Amt bereits innehat, muss sie sich vor ihrer erneuten Vereidigung keinem Ekelritual mehr unterziehen.

Justiz- und Verbraucherschutzministerin Katarina Barley (SPD)
Katarina Barley übernimmt das Justizministerium von Heiko Maas. Damit ist sie ab sofort dafür zuständig, auf Probleme mit unausgegorenen Gesetzen zu reagieren, über deren Konsequenzen sich zuvor niemand so wirklich Gedanken gemacht hat. Am Ende wird sie sich wohl daran messen lassen müssen, ob sie es schafft, wie ihr Vorgänger von der Zeitschrift GQ zum bestangezogenen Mann Deutschlands gewählt zu werden.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU)
Julia Klöckner darf ab sofort durch die Messehallen der Republik tingeln und dort verschiedenste Speisen und Getränke verzehren, die ihr von irgendwelchen Bauernverbänden medienwirksam hingehalten werden, denn genau darin besteht ihre Aufgabe als Landwirtschaftsministerin. Ihr Vorgänger, Christian Schmidt von der CSU, hat in seiner Amtszeit 88 Kilo zugenommen.

Familienministerin Franziska Giffey (SPD)
Als lactoseintolerante ostdeutsche junge Frau mit Senk- und Spreizfüßen dürfte Franziska Giffey vor allem aufgrund von Regional- und Geschlechterproporz zur Ministerin ernannt worden sein. Als langjährige Bürgermeisterin des Berliner Problembezirks Neukölln ist sie zudem das einzige Mitglied des Kabinetts, das tätowiert ist, an der Nadel hängt und eine Knarre trägt.

Clownsminister Beppo Staffone (CSU)
Das Clownsministerium geht an den langjährigen dummen August, Spaßmacher, Kleinstwagenfahrer und Spritzblumen-Aficionado Beppo Staffone. Er soll den in den letzten Jahrzehnten sträflich vernachlässigten Blödelsektor wieder nach vorne bringen und gilt als Markus Söders wichtigster Ansprechpartner in Berlin.

Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU)
Als künftige Bildungsministerin hat Anja Karliczek beste Voraussetzungen: Immerhin engagierte sich die gelernte Hotelfach- und Diplom-Kauffrau in der Brochterbecker Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in der Firmkatechese sowie am Ibbenbürener Goethe-Gymnasium als Klassenpflegschaftsvorsitzende. Außerdem: Wer keinen Doktortitel hat, kann ihn auch nicht verlieren.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU)
Neben Ursula von der Leyen ist Gerd Müller der einzige Minister, der sein Amt behalten darf. Vermutlich liegt das daran, dass er anders als sein Vorgänger Dirk Niebel (FDP) in seiner ersten Amtszeit nicht durch Teppichschmuggel oder rassistische Ausfälle auffiel, sondern sich mucksmäuschenstill verhielt und bei Kabinettssitzungen immer ungefragt Kaffee kochte. Deshalb stand für Angela Merkel stets fest: "Gerd? Welcher Gerd? Ach, der! Ja, der darf bleiben."

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU)
Wer hätte gedacht, dass es mit Helge Braun einmal ein preisgekrönter Imker ins Kabinett von Angela Merkel schafft? Der Sprung in die Politik, den der Bienenfreund Helge Braun erst vor zwei Wochen wagte, hat sich für ihn auf jeden Fall gelohnt – als Vertrauter der Kanzlerin ist er künftig das neue Machtzentrum in Berlin. Der 45-Jährige hat bereits angekündigt, auch als Kanzleramtsminister weiterhin "Helges Wald- und Wiesenhonig" herzustellen.

ssi, dan; Foto Maas: dpa, Heil: Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0, Giffey: SPD Berlin/ Joachim Gern, Özdemir: Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0, Altmaier: Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0, Karliczek: Marc Rudnick, CC BY-SA 4.0, Müller: Freud, CC BY-SA 3.0, Rest: Shutterstock
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