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Freitag, 21. September 2018

Mieten zu hoch: Immer mehr Schnecken können sich kein Haus mehr leisten

Berlin (dpo) - Sie sind das nächste Opfer des Immobilienbooms: Immer mehr Schnecken mussten in den letzten Monaten aufgrund von steigenden Mieten ihre Häuser verlassen. Viele der Bauten werden im Zuge der Gentrifizierung aufwendig saniert und teuer weitervermietet.

Wer in den letzten Wochen einen Blick in den heimischen Garten warf, konnte es nicht übersehen: Immer wieder kriechen niedergeschlagene Schnecken ohne Häuser durch das Grün. Sie alle konnten ihre Mieten nicht mehr bezahlen.
Die Häuser werden oft aufwendig restauriert und dann an Spekulanten weiterverkauft.
"Traditionell setzen viele Schnecken auf Miet- statt Eigentumshäuser", erklärt Immobilienexpertin Nesrin Yüksel. Das liegt auch daran, dass die meisten der Weichtiere ohnehin nur über ein karges Einkommen verfügen und für einen Kredit zum Hauserwerb gar nicht in Frage kommen. "Da können sie sich bei der Bank noch so einschleimen. Die wollen Sicherheiten für ihr Geld sehen."
Nur die wenigsten Schnecken, die vor die Tür gesetzt wurden, finden ein neues Haus. Ist tatsächlich mal ein bezahlbares Mietobjekt frei, sind Schnecken oft zu langsam und müssen zusehen, wie es ihnen vor den Fühlern weggeschnappt wird.
Die Folge: Immer mehr Schnecken sind obdachlos oder ziehen aufs Land. Inzwischen sind Schnecken in deutschen Städten kaum noch anzutreffen.
"Die wenigen, die bleiben, verzweifeln und verfallen Drogen wie Bier oder Schneckenkorn", berichtet Sozialforscher Martin Klier. "Wenn sie erst einmal ihre Würde verloren haben, laufen viele komplett nackt durch die Gegend. Die Mietpreisentwicklung muss dringend entschleunigt werden. Sonst können Schnecken bald gar nicht mehr mithalten."
pfg, fed, dan, ssi; Fotos: Shutterstock
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