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Dienstag, 23. Oktober 2018

Für naturgetreue Umgebung: Zoofachgeschäft bietet Mikroplastik fürs Aquarium an

Düsseldorf (dpo) - So fühlen sich Fische wie in freier Wildbahn: Ein Zoofachgeschäft in Düsseldorf bietet ab sofort Mikroplastik für Aquarien an. Damit soll es möglich sein, ein absolut realistisches Umfeld für die tierischen Bewohner zu erzeugen.

"Das Wasser in den meisten Aquarien ist verglichen mit deutschen Flüssen und Seen oder gar dem offenen Meer unrealistisch sauber", erklärt Geschäftsinhaber Jens Hönicke, der das Produkt selbst entwickelte. "Aquaristen wollen die Natur aber so echt wie möglich erleben und da gehört es einfach dazu, dass die Tiere nach einer Weile an einer durch Mikroplastik verursachten Darmentzündung kläglich verenden."
Erhältlich ist das innovative Produkt in Behältern von 50, 100 und 200 Gramm für Meer- und Süßwasseraquarien. "In so eins müssen schon locker 100 Gramm rein, wenn es authentisch sein soll." Hönicke streut ein paar Prisen kleiner Kunststoffstückchen in eines seiner Aquarien:
"Viele Besitzer von Süßwasseraquarien wissen ja gar nicht, dass mittlerweile auch in Flüssen Mikroplastik fest zum Ökosystem gehört. Und dann wundern sie sich, dass ihre Fische länger als in der freien Natur leben", so Hönicke. Er selbst habe die Lebenserwartung seiner Tiere dank Mikroplastik um bis zu 30 Prozent gesenkt.
Das Mikroplastik wird an Stränden und Flussbetten handgesammelt.
Mit 4,99 Euro für die 50-Gramm-Packung ist das feine Granulat nicht ganz günstig, doch es hat den Vorteil, dass es nur einmal erworben werden muss. "Das Zeug hält ein paar hundert Jahre und bleibt praktisch ewig im Wasser, wenn es einmal drin ist. Sollte es tatsächlich vom Aquariumfilter erfasst und herausgefiltert werden, kann man es anschließend wieder zugeben."
Der findige Aquarist Hönicke tüftelt bereits an weiteren Innovationen. So plant er, schon bald Glyphosat-Tropfen für die korrekte Wasserbelastung und echtes Schweröl für realistische Schlieren an der Wasseroberfläche vorzustellen.
ssi, dan; Idee: ckö; Fotos: Shutterstock
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