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Montag, 10. Dezember 2018

Verspätungen wie immer: Stundenlanger Bahnstreik von niemandem bemerkt

Berlin (dpo) - Zahlreiche Mitglieder der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) haben heute zwischen 5 und 9 Uhr bundesweit für höhere Löhne und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit gestreikt. Wie sich nun herausstellte, wurde die Arbeitsniederlegung jedoch von einem Großteil der Zugreisenden gar nicht erst bemerkt, weil sie die stundenlangen Verzögerungen für die üblichen Verspätungen der Deutschen Bahn hielten.

"Mir ist nichts Besonderes aufgefallen", sagt etwa Ulrich K., der jedes Wochenende zwischen Bielefeld und Steinhagen pendelt. "Alles andere als zwei Stunden Verspätung hätte mich bei der Bahn mehr als verwundert." An einen möglichen Arbeitskampf habe er daher keinen Gedanken verschwendet.
Auch die Anzeigetafel habe völlig normal ausgesehen:
Eine andere Reisende, die über drei Stunden am Bahnhof in Frankfurt festsaß, erklärte: "Nö, alles wie immer. Streik, sagen Sie? Tatsächlich würde ich mir eher Sorgen machen, wenn plötzlich alle Züge pünktlich abfahren würden."
Die Gewerkschaft EVG hat inzwischen aus der mangelnden öffentlichen Wahrnehmung Lehren gezogen. Beim nächsten Mal wolle man gleich mehrere Tage lang streiken und hoffe, dass spätestens am zweiten Tag die ersten Wartenden am Bahnsteig stutzig werden.
ssi, dan; Foto oben: picture alliance/Wera Engelhardt/dpa, Foto unten [M]: Sebastian Terfloth, CC SA-2.5; Hinweis: Erschien schon mal ähnlich
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