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Montag, 28. Oktober 2019

Westdeutsche begreifen allmählich, was mit "Antifaschistischer Schutzwall" gemeint war


München, Hamburg, Berlin (dpo) - Nach der letzten in einer ganzen Reihe von Landtagswahlen in den ostdeutschen Bundesländern wird allmählich immer mehr Menschen in Westdeutschland bewusst, warum die Berliner Mauer und das DDR-Grenzregime von der SED-Führung offiziell als "Antifaschistischer Schutzwall" bezeichnet wurden.
"Ach so herum war das gemeint!", sagt etwa Timo Mateschitz (32) aus Bamberg. "Ich dachte ja immer, dass das als so eine Art Beleidigung gegen den Westen gedacht war. Dass wir hier im kapitalistischen Westen die Faschisten wären. Dabei wollten die klugen DDR-Politiker uns Wessis in Wahrheit nur vor dem Faschismus der Ossis schützen."
Dies würden die jüngsten Wahlergebnisse der AfD in Thüringen (23,4%), Brandenburg (23,5%), Sachsen (27,5%), Sachsen-Anhalt (24,2%) und Mecklenburg-Vorpommern (20,8%) eindrucksvoll belegen. Sogar in Ostberlin (17%) schneidet die Alternative für Deutschland erheblich besser ab als in Westberlin (12,1%).
"Danke, Ulbricht!", findet daher auch Katharina Berenicke (61) aus Kiel. "Danke, dass du uns immerhin 28 Jahre lang vor dem Faschismus geschützt hast, der jetzt leider eine immer größere Rolle in der Politik Deutschlands spielt."
Ein Wiederaufbau des Antifaschistischen Schutzwalls kommt derzeit dennoch nicht in Frage. Aus dem Bundeskanzleramt heißt es diesbezüglich unmissverständlich: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten."
ssi; Hintergrundfoto: Shutterstock
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