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Dienstag, 14. April 2020

Akademie, die 2016 noch Schließung von 1300 Kliniken empfahl, weiß jetzt, wie man Coronakrise am besten meistert

Halle (dpo) - Jetzt müssen die Profis ran: Die Nationale Akademie der Wissenschaften (Leopoldina), die vor einigen Jahren noch aus wirtschaftlichen Gründen die Schließung von 1300 der 1600 Kliniken in Deutschland empfahl, soll nun mit ihren Erkenntnissen maßgeblich dafür sein, wann und wie die Regierung den Ausstieg aus den Corona-Maßnahmen gestaltet.

"Es geht jetzt darum, keine voreiligen Entscheidungen zu treffen, die auf dem Papier toll aussehen, aber schwere Folgen haben können", erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn auf einer Pressekonferenz. "Deshalb haben wir uns eine Institution ins Boot geholt, die schon in der Vergangenheit immer wieder mit klugen Ideen glänzte."
Tatsächlich empfahl die Leopoldina 2016, von über 1600 Kliniken in Deutschland rund 1300 zu schließen, um dadurch eine "bessere und effizientere Versorgung" zu erreichen – damit ist die Leopoldina sogar noch radikaler als die Bertelsmannstiftung, die in einer Studie 2019 riet, die Zahl der Kliniken auf 600 zu reduzieren (Der Postillon berichtete).
Leider wurde die Empfehlung der Leopoldina nie umgesetzt, weshalb Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus heute nur 1600 Kliniken zur Verfügung hat statt knapp über 300.
Experten erwarten, dass die Leopoldina zusätzlich zu den baldigen stufenweisen Schulöffnungen auch empfehlen wird, langfristig 80 Prozent aller Schulstandorte in Deutschland abzuschaffen, um die Qualität des Unterrichts zu erhöhen.
dan, ssi; Foto (Hintergrund): Timur Y
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