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Dienstag, 19. Mai 2020

Neues Fleisch-Siegel "Menschenwohl" zeigt an, ob Schlachthofpersonal artgerecht gehalten wird

Berlin (dpo) - Nach zahlreichen Corona-Ausbrüchen in mehreren Großschlachthöfen und damit einhergehender Kritik an den dort vorherrschenden Arbeitsbedingungen hat das Landwirtschaftsministerium reagiert. Ein neues Menschenwohl-Siegel, das neben dem bereits etablierten Tierwohl-Siegel angebracht wird, soll Konsumenten nun in ihrer Kaufentscheidung unterstützen.

"Was in vielen Schlachthöfen stattfindet, ist keine artgerechte Menschenhaltung", erklärte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) angesichts von Billiglohnarbeitern aus Osteuropa, die in engen Sammelunterkünften zusammengepfercht leben müssen. "Das merke sogar ich. Und das will was heißen."
Anstatt mit Gesetzen derartige Missstände einzudämmen, greift Klöckner daher auf eine Kennzeichnung zurück, um das Problem in gewohnter Manier auf die Konsumenten abzuwälzen. "Wer Fleisch kauft, kann so selbst bestimmen, wie stark das Personal ausgebeutet wird", so Klöckner. "Den Menschen zuliebe."
Sollen bald minimal besser behandelt werden als die Tiere, die sie zerlegen: Schlachthofmitarbeiter
Das Siegel kennt ähnlich wie das Tierwohllabel vier verschiedene Haltungsformen: "Sklaverei" (Haltungsform 1), "Ausbeutung" (Haltungsform 2), "Halbwegs fair" (Haltungsform 3) und "Über Tarif" (Haltungsform 4).
Menschenschutzvereinen geht diese Maßnahme nicht weit genug. Heute demonstrierte unter anderem die Organisation PETP ("People for the Ethical Treatment of People") vor dem Landwirtschaftsministerium und forderte ein sofortiges Verbot von Mitarbeiter-Unterkünften, die weniger Quadratmeter als die eines Schweines der Haltungsform 1 haben.
pfg, ssi, dan; Foto: Shutterstock; Hinweis: Die PARTEI Helgoland hatte die Idee schon vor uns.
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