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Freitag, 11. September 2020

Schock-Studie: Fast 100 Prozent aller Kinder sind spielsüchtig

Kopenhagen (dpo) - Es sind erschreckende Zahlen: Laut einer aktuellen Studie des Internationalen Kinderärzteverbandes IKÄ leiden 99,7 Prozent aller Kinder unter zwanghafter Spielsucht. Die Ergebnisse sind über alle Ländergrenzen, Ethnien und Gesellschaftsschichten hinweg gültig. Eine Therapie gibt es bislang noch nicht.

"Fast alle Kinder weltweit sind betroffen", so Lars Rasmus Knokke, Autor der erschütternden Studie. "Es ist höchste Zeit, dass auf dieses Problem aufmerksam gemacht wird."

Die Betroffenen im Alter zwischen zwei und acht Jahren zocken demnach zwanghaft von morgens bis abends. Gespielt wird mit so ziemlich allem, was die Kleinen in die Hand bekommen. Die Spanne reicht dabei vom "Kuscheltier-Rollenspiel" für Einsteiger über "Spielzeugautos die Rampe runterfahren lassen", "Würfel- und Brettspielen", "Fangspielen", bis hin zum berüchtigten "Murmelspiel" für Zocker mit ausgeprägter Spielsucht.

Schon nach kurzer Zeit ohne Spielgerät würden die meisten Kinder Entzugserscheinungen zeigen, hätten sich physisch nicht mehr unter Kontrolle. Typische Symptome seien Schrei- und Weinkrämpfe, die insbesondere bei der Wegnahme eines Spielzeugs auftreten. Auch andere aggressive Verhaltensweisen, bei denen Kinder auf Entzug ihre Emotionen nicht mehr im Griff haben, wurden beobachtet. Dazu zählen Spucken, die Zunge herausstrecken, sich schreiend auf den Boden werfen oder wild mit den Händen um sich schlagen.

Viele Kinder begründen ihr krankhaftes Gespiele mit "Langeweile" oder suchen andere Ausreden – ein klarer Hinweis auf pathologische Spielsucht. Die Forscher sind besonders angesichts der fehlenden Selbstreflexion besorgt. Reue oder Gewissensbisse zeigte keiner der Probanden.

Belastend kann dies insbesondere auf das familiäre Umfeld wirken. So wenden Eltern oftmals einen erheblichen Teil ihrer finanziellen Ressourcen dafür auf, die obsessive Spielsucht ihres Nachwuchses zu befriedigen und geraten so mitunter in finanzielle Probleme.

Spielsucht in der Kindheit scheint sogar Spielsucht im Erwachsenenalter zu begünstigen. Eine aktuelle Studie der MGM Casino University in Las Vegas ergab, dass 100 Prozent aller Glücksspielsüchtigen über 18 schon als Kinder zu zwanghaftem Spielen neigten.

swo; Fotos: Shutterstock
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