Reklame

Der Postillon im Netz

Search Blog

Nur für Postillon-Unterstützer. Einloggen und den Postillon werbefrei genießen:

Mail Abo | Die neuesten Meldungen per Mail erhalten.

Copyright

Alle Texte auf stehen unter CC BY-NC-SA 3.0 DE (nicht-kommerziell)

Aus dem Archiv

Wissenschaft

5/cate4/Wissenschaft

Der Postillon LIVE - Tickets

Reklame

Panorama

5/cate5/Panorama

Newsticker

Dienstag, 5. Januar 2021

Für Leute, die richtig Party machen wollen: Dealer im Park bieten jetzt Impfstoff an

Berlin (dpo) - 17 Uhr, Görlitzer Park, Schneeregen: Eine Frau spaziert ziellos herum, bis sie schließlich von einem jungen Mann angesprochen wird. "Hey du! Waslos? Brauchstu Stoff? Impfstoff? Biontech/Pfizer? Astrazeneca? Moderna?" Darauf scheint sie gewartet zu haben. Sie blickt sich einmal nervös um, nickt dann und zückt ihre Geldbörse.

Der Mann verschwindet daraufhin in einem nahegelegenen Gebüsch und kommt mit einer Plastiktüte zurück. Kurz darauf wechseln zwei Ampullen Impfstoff und ein Spritzbesteck sowie ein 100-Euro-Schein ihre Besitzer.

Solche und ähnliche Szenen spielen sich inzwischen überall in Deutschland ab, wo aufgrund des Coronavirus immer mehr Dealer ihr Angebot von Drogen auf Impfstoff umgestellt haben.

Dealer Ibrahim F. berichtet: "Keiner kauft mir mehr meine Drogen ab, aber den Impfstoff reißen sie mir aus den Händen. Damit kann man halt auch einfach besser Party machen, ohne durch eine Infektion seine eigene Oma umzubringen."

Geimpft wird oft heimlich auf öffentlichen Toiletten.

Eins ist klar: Es gibt angenehmere Orte, um sein Geld zu verdienen. Ibrahim sagt: "Gib mir einen anderen Job und ich bin weg von hier."

Er reibt sich die klammen Hände und scannt die Parkeingänge nach Kunden und Polizisten. Es ist Samstagabend. Das ist ein guter Tag, da beginnt die Ausgehwelle zu geheimen Hauspartys und illegalen Raves, und in Berlin geben die Touristen und Einheimischen dann gern besonders viel Geld dafür aus, um sich nicht zu infizieren.

Experten warnen allerdings auch vor dem Kauf von Impfstoff auf dem Schwarzmarkt. "Man weiß nicht, was man bekommt", erklärt Verbraucherschützerin Karla Pechdorf. "Oft ist das Vakzin mit Impfstoff gegen Grippe gestreckt oder kommt aus Russland. Hier findet keinerlei Qualitätskontrolle statt. Umtausch ausgeschlossen."

Und wo ist die Polizei? "Die schaut weg", klagt ein Anwohner (68). "Typisch für unseren links-grün-versifften Senat. Die sagen, die Impfstoffdealer richten keinen Schaden an, und drücken ein Auge zu. Und dann wundert man sich, wenn am Spielplatz gebrauchte Nadeln neben dem Sandkasten herumliegen!"

Es ist kurz nach 19 Uhr. Ibrahim F. hat seine letzte Ampulle Impfstoff verkauft. Er muss bis morgen neue Ware auftreiben. Irgendwie. Dass Kundschaft da sein wird, ist sicher.

jki, pfg, ssi, dan; Foto: Shutterstock
Artikel teilen:

Reklame

Kommentare einblenden
Powered by Blogger