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Donnerstag, 14. Juli 2022

Streit um Song-Verbot: Jetzt meldet sich Layla selbst zu Wort

Ein Lied spaltet die Republik: Nachdem mehrere Städte ankündigten, den Partyschlager "Layla" von DJ Robin und Schürze wegen seines sexistischen Inhalts nicht auf Volksfesten zu spielen, tobt die Debatte um den Ballermann-Hit. Doch was steckt eigentlich hinter den kontroversen Zeilen? Dem Postillon ist es dank intensiver Recherchearbeit gelungen, Layla ausfindig zu machen und ein exklusives Interview mit ihr zu führen:



Postillon: "Sie sind die Layla aus dem Lied?"

Layla: "Ja. Das bin ich. Layla Esmeralda Schlönhuber heiße ich mit vollem Namen."

Postillon: "Sie sind wirklich Puffmama, Frau Schlönhuber?"

Layla: "Ich bevorzuge den Begriff 'Sexarbeiterinnenkoordinatorin'."

Postillon: "Und wie finden Sie den Song über Sie?"

Layla: "Ganz schrecklich. Ich höre privat eher Hiphop oder klassische Musik."

Postillon: "Was halten Sie vom Inhalt? Finden Sie das sexistisch, dass Sie als 'schöner, jünger, geiler' bezeichnet werden?"

Layla: "Klar ist das sexistisch. Außerdem bin ich sooo jung auch wieder nicht. Auf der anderen Seite reimt sich 'geiler' halt auf 'Layla'. Aber ich arbeite im Bereich der Prostitution. Da schockt einen sowas eher nicht."

Postillon: "Und finden Sie das ok, dass der Song jetzt mancherorts nicht gespielt werden darf?"

Layla: "Klar. Ich sagte ja schon, dass ich ihn ziemlich scheiße finde."

Postillon: "Aber finden Sie das inhaltlich begründet?"

Layla: "Naja. Inhaltlich ist es ja vor allem viel Nonsens. Diskutiert man da wirklich über ein Lied, in dem jemand einem anderen völlig grundlos von seinem Puff erzählt und dass da dann ich drin bin und viel schöner, jünger, geiler bin? Als wer eigentlich? Als die anderen Sexarbeiterinnenkoordinatorinnen in der Umgebung oder gar als die Sexarbeiterinnen, die unter meiner Leitung arbeiten? Dann hätte der Texter des Liedes ja noch nicht mal verstanden, dass eine Sexarbeiterinnenkoordinatorin - oder wie er es nennt: 'Puffmama' - gar nichts davon hätte, 'schöner, jünger, geiler' zu sein. Die ist ja keine Sexarbeiterin, sondern die Chefin des ganzen Ladens. Da kommt's doch auf Erfahrung und Menschenkenntnis und auch auf logistische Fähigkeiten an. Ich weiß nicht, ob die Person, die dieses Lied geschrieben hat, je so ein Etablissement von innen gesehen hat."

Postillon: "Äh. Ja…"

Layla: "Und dann singt der 'geile Figur, blondes Haar', dabei bin ich brünett."

Postillon: "Stimmt."

Layla: "Außerdem wird ja dann fast nur noch alles wiederholt. Refrain, Refrain, Refrain. So ein Quark. Aber eben eigentlich auch völlig egal."

Postillon: "Also sollte das Lied doch gespielt werden dürfen?"

Layla: "Nee, ich sag ja, dass es scheiße ist."

Postillon: "Vielen Dank, Frau Schlönhuber."

Foto: Shutterstock

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