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Um nicht in Ukraine kämpfen zu müssen: Immer mehr russische Drohnen fliehen nach Georgien

Tiflis (dpo) - Sie wollen nicht an der Front verheizt werden: Angesichts von Meldungen, dass die ukrainische Luftabwehr inzwischen etwa 86 Prozent aller Angriffe abwehrt, stauen sich immer mehr Kampfdrohnen an der Grenze zu Georgien und anderen Nachbarländern Russlands.

"Ja, wir fertigen hier täglich mehrere hundert Chirok-, Shahed- und Orlan-10-Drohnen aus Russland ab", bestätigt ein georgischer Grenzposten. "Viele behaupten, sie wollen nur Urlaub machen oder hätten geschäftlich in Georgien zu tun, aber eigentlich ist klar, dass sie nicht in die Ukraine wollen. Die meisten wollen einfach nur schnellstmöglich das Land verlassen."

Die Gründe, Russland das Heck zu kehren, sind vielfältig. Manche haben Angst vor einem Abschuss durch die ukrainische Flugabwehr. Andere sehen keinen Sinn im Krieg gegen die Ukraine oder wollen nicht auf Menschen oder zivile Infrastruktur schießen.

In Georgien, Finnland, Kasachstan und anderen Ländern versuchen sie jetzt ein neues Leben zu beginnen. Oft müssen sich mehrere Drohnen einen Hangar teilen. Nicht wenige verdingen sich im Überwachungs- oder Transportgewerbe.

Ob sie jemals wieder nach Russland zurückkehren, ist fraglich.

ssi, dan; Foto [M]: picture alliance
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