Landau (dpo) - Am Ende war nichts mehr zu machen: Der beliebte Waldkindergarten "Laubwichtel" im pfälzischen Landau ist heute vollständig gerodet worden, um einem dringend benötigten Autobahnkindergarten Platz zu machen. Eine Bürgerinitiative zur Rettung des Waldkindergartens war zuvor gescheitert.
Einige der Eltern, deren Kinder bei den "Laubwichteln" einst durchs Unterholz tollten, sind heute hier, um den Beginn der Rodungsarbeiten zu sehen. "Ich verstehe ja, dass es Autobahnkindergärten in Deutschland braucht", erklärt Sibylle Kobalek, die früher ihre Tochter immer hierher brachte. "Aber hätte man den nicht auch woanders hinbauen können? Ich bin einfach nur enttäuscht und wütend."
Doch aller Protest von Eltern und Anwohnern blieb erfolglos – zu Recht, meint der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Michael Ebeling (SPD): "Aus erziehungslogistischer Sicht war es einfach unumgänglich, dass die Region einen Autobahnkindergarten bekommt. Der hat ja auch einen ganz anderen Durchsatz als der alte, schon bei einem vierspurigen Autobahnkindergarten kann man hunderte Kinder auf einmal pädagogisch begleiten – und das alles auf sauberem Asphalt ohne Matsch und Zecken und ohne störende Bäume, die beim Beaufsichtigen den Blick versperren."
Einige in Landau sehen das auch als Fortschritt. "Ich finde das gut, dass wir bald auch bei der Kinderbetreuung voll angebunden sind", meint etwa Robert Seitz, der seinen dreijährigen Sohn in den neuen Autobahnkindergarten "Asphaltstrolche" schicken will, sobald er fertig ist. "Außerdem wird das mit dem Hinfahren und Abholen dann deutlich schneller gehen. Vorausgesetzt, es gibt am Kindergarten keinen Stau."
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