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Übersicht Zivilschutz: So gut sind die 50 größten Städte Deutschlands und Fürth im Ernstfall geschützt

Behörden prüfen derzeit wieder Bunker, Tiefgaragen und U-Bahn-Schächte für den Ernstfall. Doch in vielen Städten liegt einiges im Argen. Auch in Ihrer? Der Postillon hat das Zivilschutzkonzept von Deutschlands 50 größten Städten und Fürth analysiert:


Berlin (3.913.644 Einwohner, Schutzräume für 152 Personen):

Obwohl Berlin die Hauptstadt ist, gibt es derzeit keine nennenswerten Schutzräume. Deshalb wurde die Firma, die den Flughafen BER gebaut hat, damit beauftragt, zusätzliche Bunker anzulegen. Der erste Schutzraum soll 2029, halt nein 2031, bzw. nein 2038, also… irgendwann eingeweiht werden.


Hamburg (1.862.565 Einwohner, Schutzräume für 33.618 Personen):

Hamburg hat vergleichsweise viele Schutzräume. Allerdings befinden sich die meisten davon seit der letzten Flutkatastrophe unter Wasser und sind nur mit Taucheranzügen betretbar.


München (1.603.919 Einwohner, Schutzräume für 350.000 Personen):

Auf dem Papier kann München eine erstaunliche Menge Personen schützen. Allerdings bestehen die Schutzräume aus Zelten auf der Theresienwiese und die Notrationen bestehen aus überteuertem Bier und halben Hähnchen.


Köln (1.024.621 Einwohner, Schutzräume für 3 Personen):

Köln setzt auf das Rheinische Grundgesetz "Et hätt noch emmer joot jejange" und hat deshalb nur einen Schutzraum für drei Personen, in dem im Ernstfall das Kölner Karnevals-Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau überleben soll.


Frankfurt am Main (756.021 Einwohner, Spritzenräume für 64.540 Personen):

Klassische Schutzräume hat die Mainmetropole nicht. Dafür können bei einem Angriff die Drogenkonsumräume nahe dem Hauptbahnhof genutzt werden, wo Wasser, Decken und Crystal Meth bereitsteht.


Düsseldorf (618.685 Einwohner, Schutzräume für 618.684 Personen):

Düsseldorf hat fast perfekt vorgesorgt: Im Katastrophenfall haben die städtischen Schutzräume allerdings nur Platz für 618.684 der 618.685 Bewohner. Wer dann draußenbleiben muss, wird jedes Jahr ausgelost – aktuell ist es die vierjährige Svea Jülich aus dem Stadtteil Derendorf.


Stuttgart (612.663 Einwohner, Schutzräume für 24.341 Personen):

Die Stuttgarter Schutzräume sind ein Kuriosum. Während sie in den meisten Städten unterirdisch sind, befinden sie sich in Stuttgart oberirdisch. Grund: Der Untergrund der schwäbischen Hauptstadt ist komplett mit einer permanenten Tiefbahnhofsbaustelle blockiert.


Leipzig (611.850 Einwohner, Schutzräume für 0 Personen):

Leipzig hat das mit dem Zivilschutz nach Angaben der Stadtverwaltung komplett vergessen, die auf Anfrage des Postillon ankündigte, sich sofort in das Thema einzulesen und sich darum zu kümmern.


Dortmund (603.462 Einwohner, Schutzräume für 14.321 Personen):

Leider haben die Schutzräume ganz schlechten Internetempfang, weshalb sie im Ernstfall wahrscheinlich nicht genutzt werden.


Bremen (586.271 Einwohner, Schutzräume für 19.445.610 Personen):

Jeder Bremer kennt die Geschichte von der Panne bei der Schutzraumplanung. Deshalb ist die Hansestadt seit Jahrzehnten notorisch klamm, hat aber Schutzräume für rund 19 Millionen Menschen.


Essen (574.682 Einwohner, Schutzräume für "mindestens 100" Personen):

So genau wusste das Essener Rathaus auch nicht, wie viele Schutzräume es in der Stadt gibt. "Hier ist nie was los, wieso sollte hier sowas passieren?", so die unfreundliche Sekretärin am Telefon wörtlich.


Dresden (564.904 Einwohner, Schutzräume für 564.904 Personen):

Dresden ist vorbildlich, was die Versorgung mit Schutzräumen angeht. Fast könnte man meinen, die Stadt hat in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Luftangriffen gemacht.


Hannover (522.131 Einwohner, Schutzräume für 40 Personen):

Klassische Schutzräume gibt es in Hannover nicht. Stattdessen ist verabredet, dass sich im Ernstfall alle im Keller von Hannelore Wigandt versammeln, in den rund 40 Personen hineinpassen.


Nürnberg (529.508 Einwohner, Schutzräume für 529.508 Personen):

Dank der historischen Felsengänge unter Nürnberg können alle Einwohner der Stadt notfalls Zuflucht finden. Doch obwohl so viel Platz ist, würde nach Angaben der Nürnberger leider keine einzige Person aus Fürth mehr reinpassen.


Duisburg (502.270 Einwohner, Schutzräume für 0 Personen):

Es ist Duisburg. Da ist es eh egal.


Bochum (358.676 Einwohner, Schutzräume für 16.040 Personen):

Bochum verfügt über Schutzräume. Allerdings hat die Stadt vergessen, wo sie genau liegen. Nachdem bereits drei Schutzraumfindungsexpeditionen fehlschlugen (zuletzt erfror eine Bochumer Delegation im Norden Sibiriens), hat man sich darauf geeinigt, im Ernstfall einfach nochmal spontan zu schauen.


Wuppertal (358.193 Einwohner, Schwebeschutzräume für 145.218 Personen):

Die Schutzräume in Wuppertal sind ein Unikat, da sie nicht unterirdisch errichtet wurden, sondern an einer Schiene über der Stadt entlangfahren. Das Kalkül: Luftangriffe gelten in erster Linie dem Boden. Wer selbst in der Luft ist, ist sicher.


Bielefeld (331.605 Einwohner, Schutzräume für 0 Personen):

Der uralte Gag, dass Bielefeld nicht existiert, richtet in der Realität Schaden an. Bielefeld bekam deshalb nie Mittel vom Bund für ein ordentliches Zivilschutzkonzept.


Bonn (323.336 Einwohner, Schutzräume für 1 Person):

In Bonn hat nur der Bürgermeister einen Schutzraum und sonst niemand. Nicht einmal seine Familie darf hinein. Dafür gibt es eine Glasscheibe, die sicherstellt, dass er ihnen in ihren letzten Minuten zuwinken kann.


Münster (308.258 Einwohner, Schutzräume für 2 Personen):

Im Ernstfall nimmt Münsters Zivilschutzkonzept den Tod aller seiner Einwohner in Kauf und setzt stattdessen vollständig darauf, dass ein junger, viriler Mann und eine junge, fruchtbare Frau die Zivilisation Münsters neu starten. Der einzige Schutzraum der Stadt für genau zwei Personen ist daher mit einem großen Bett für romantische Stunden ausgestattet.


Karlsruhe (309.050 Einwohner, Schmutzräume für 12.789 Personen):

Leider hat ein Rechtschreibfehler dafür gesorgt, dass Karlsruhe statt Schutzräume Schmutzräume eingerichtet hat, in denen es unfassbar dreckig ist. Derzeit können darin bis zu 12.789 Personen gleichzeitig Schmutz suchen.


Mannheim (318.035 Einwohner, Schutzräume für 15.874 Personen):

Für die knapp bemessenen Mannheimer Schutzräume gibt es eine knallharte Türpolitik, die gezielt nach Leuten Ausschau hält, die die Stimmung hochhalten und bereit sind, ordentlich zu feiern und die Sau rauszulassen. Wenn schon Apokalypse, dann mit guter Laune!


Augsburg (301.105 Einwohner, Schutzkiste für 412 Puppen):

Im Ernstfall gibt es in Augsburg genügend Schutzkisten, um alle aktuellen Puppen der Augsburger Puppenkiste zu retten.


Wiesbaden (288.850 Einwohner, Schutzräume für 1 Person):

Eigentlich hat Wiesbaden Schutzräume für fast 40.000 Menschen. Doch Sekretärin Agnieszka Kollo aus der Stadtverwaltung hat bereits angekündigt, bei einer Notlage die Schlüssel an sich zu reißen und niemanden reinzulassen. Nach ihren eigenen Berechnungen dürften sie und ihr Kater Simson so selbst im Falle eines nuklearen Vernichtungskrieges die nächsten 700 Jahre locker überleben.


Mönchengladbach (267.213 Einwohner, Schutzräume für 1111 Personen):

Theoretisch bräuchte Mönchengladbach Kapazitäten für erheblich mehr Menschen, aber der Stadtverwaltung zufolge ist 1111 "einfach eine geile Schnapszahl" und das will man nicht kaputtmachen.


Gelsenkirchen (267.930 Einwohner, Schutzräume für 11 Personen):

Da es in Gelsenkirchen sonst nichts Schützenswertes gibt, gibt es nur einen Schutzraum für die aktuelle Startelf von Schalke 04.


Braunschweig (252.962 Einwohner, Schutzräume für 252.962 Personen):

In Braunschweig gilt ein lokales Gesetz, das im Ernstfall jeden Wohnraum der Stadt zum Schutzraum umdeklariert. Somit hat die Stadt schon seit Jahren eine der besten Schutzraumabdeckungen Deutschlands.


Chemnitz (245.618 Einwohner, Schutzräume für 12.498 Deutsche):

Zutritt nur für Menschen ohne Migrationshintergrund (Ariernachweis mitbringen!).


Kiel (252.668 Einwohner, Schutzräume für 0 Personen):

Bei einer Bedrohungslage treffen sich alle Einwohner Kiels im Hafen, um gemeinsam ein großes Schlauchboot aufzupumpen, mit dem sie sich nach Lübeck oder in eine andere nahegelegene Hafenstadt absetzen können.


Aachen (262.670 Einwohner, Schutzräume für 43.766 Hunde):

Aufgrund eines Planungsfehler hat Aachen derzeit keinen einzigen Schutzraum für Menschen, aber rund 40.000 Schutzräume für Hunde. Alle Aachener werden deshalb gebeten, im Ernstfall Abschied von ihrem Vierbeiner zu nehmen und ihn an einem der Schutzräume abzusetzen.


Halle (Saale) (226.767 Einwohner, Schutzräume für 0 Personen):

Wie viele andere Städte im Osten würde Halle (Saale) im Falle eines russischen Angriffs sofort überlaufen und braucht daher keine Schutzräume.


Magdeburg (244.329 Einwohner, Schutzräume für 95.604 Personen):

Magdeburg verfügt über eine stattliche Anzahl von Schutzräumen. Diese sind jedoch jeweils nur 0,0074 Quadratmeter groß, weil die Stadt Geld sparen wollte.


Freiburg im Breisgau (237.460 Einwohner, Schutzräume für 0 Personen):

Niemand würde so ein schnuckeliges Örtchen wie Freiburg im Breisgau je angreifen.


Krefeld (231.406 Einwohner, Schutzräume für 0 Personen):

Krefeld rät allen seinen Einwohnern im Ernstfall zum japanischen Suizidritual Seppuku.


Mainz (224.684 Einwohner, Schutzräume für 17 Personen):

Rheinische Lebensfreude ist nicht gut vereinbar mit einem funktionierenden Zivilschutzkonzept.


Lübeck (216.889 Einwohner, Schutzräume für 40.000 Personen):

Die Hansestadt Lübeck verfügt über gut ausgestattete Schutzräume. Allerdings wird beim ersten Betreten ein Eintritt von 499 Euro erhoben. Bei weiteren Alarmen kann man sich aber einen Stempel holen und darf dann immer wieder rein (so lange der Stempel noch erkennbar ist).


Erfurt (218.793 Einwohner, Schutzräume für 7 Personen):

Dieter Löbel aus der Varusstraße hat einen Schutzraum im Keller. Alle anderen haben Pech gehabt.


Oberhausen (213.646 Einwohner, Schutzräume für 213.646 Personen):

Die Oberhausener Schutzräume befinden sich im sogenannten Unterhausen, einer exakten unterirdischen Kopie Oberhausens.


Rostock (205.307 Einwohner, Schutzräume für 205.307 Personen):

Rostock gibt an, für jeden einzelnen seiner Einwohner einen Schutzraum zur Verfügung zu stellen. Auf die Frage, wo sich diese Schutzräume befinden, antwortete ein Sprecher der Stadt nach einer mehrsekündigen Pause mit: "im Himmel". Für Rostocker dürfte es somit im Ernstfall eher schlecht aussehen.


Kassel (197.230 Einwohner, Schutzräume für 43.213 Personen):

Tatsächlich gibt es in Kassel nur einen etwa 10 Quadratmeter großen Schutzraum, aber laut Stadtverwaltung gehen da locker 43.213 Personen rein, wenn alle ein wenig zusammenrücken.


Hagen (190.384 Einwohner, Schutzräume für 0 Personen):

Wird Hagen angegriffen, setzt die Stadtverwaltung nicht auf Schutzräume, sondern auf das großflächige Verteilen von Hellebarden, Piken und Arkebusen, die seit dem Dreißigjährigen Krieg bevorratet werden.


Saarbrücken (182.971 Einwohner, Schutzräume für 0 Personen):

Auch hier sind keine Schutzräume nötig. Wer in Saarbrücken lebt, hat jeglichen Lebenswillen verloren.


Potsdam (184.754 Einwohner, Schutzräume für 14.389 Personen):

Leider hat der Hausmeister den Schlüssel verlegt. Die Stadt hofft, ihn bis zu einem möglichen Ernstfall wieder zu finden.


Hamm (179.968 Einwohner, Schutzräume für 0 Personen):

"Schutzräume? Hamm 'wa nich", so die knappe Antwort des Rathauses.


Ludwigshafen am Rhein (177.222 Einwohner, Schutzräume für 123.450 Personen):

Vor Regen können sich nach Angaben der Stadt bis zu 123.450 Personen in Bushaltestellen und den Vordächern öffentlicher Gebäude schützen.


Mülheim an der Ruhr (173.050 Einwohner, Schutzräume für -25.619 Personen):

Bei der negativen Zahl der Schutzräume in Mülheim kann es sich eigentlich nur um einen Rechenfehler handeln. Der zuständige Verwaltungsbeamte bestand allerdings auf der Korrektheit der Angaben.


Oldenburg (176.614 Einwohner, Schutzräume für 666 Personen):

Wird Oldenburg angegriffen, sollen genau 666 Einwohner in Schutzräumen untergebracht und dort dem Satan geopfert werden, auf dass der Herr der Finsternis seinen oldenburger Knechten den Sieg über ihre Feinde schenken möge.


Osnabrück (166.057 Einwohner, Schutzräume für 19.345 Personen):

Im Kriegsfall können fast 20.000 Menschen unter der großen Osnabrücke, nach der Osnabrück benannt ist, Zuflucht finden.


Leverkusen (168.581 Einwohner, Schutzräume für 7 Personen):

Der gesamte Vorstand der Bayer AG wäre im Ernstfall in einem luxuriösen Schutzraum sicher, in dem es an nichts fehlt.


Heidelberg (155.756 Einwohner, Schutzräume für 0 Personen):

Der Heidelberger Stadtrat hat 2023 einstimmig beschlossen, die Stadt bei einem Angriff mit einem riesigen Pulverfass in die Luft zu sprengen.


Fürth (132.036, Schutzräume für 200 Personen):

Theoretisch ist Fürth nicht unter den größten 50 Städten, aber da die Postillon-Redaktion hier ansässig ist, wurde es in diese Liste aufgenommen. Im Notfall hat Fürth genügend Schutzräume für die gesamte Postillon-Redaktion. Alle anderen müssen leider in der Nachbarstadt Nürnberg um Unterschlupf bitten.

Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde
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