Köln (dpo) - Gewusst wie: Eine kluge Kölnerin hat den Umstand, dass sie in einer Dachgeschosswohnung wohnt, während der aktuellen Hitzewelle kurzerhand zu Geld gemacht: Sie stellt ihr Wohnzimmer derzeit gegen Miete einer Töpferei zur Verfügung, die sie als Brennofen für ihre Keramik nutzt.
"Es ist jetzt vielleicht ein bisschen enger als sonst", lacht Ayleen Karaca, während sie umgeben von Schüsseln, Vasen und Skulpturen auf ihrem Sofa ein brodelndes Glas Limonade trinkt. "Aber eigentlich stört es mich nicht besonders. Und ich bekomme pro Brennvorgang 25 Euro auf die Hand."
Zweimal am Tag kommt jemand von der Töpferei Urform um die Ecke und bringt eine frische Ladung Keramik von ihren Töpferkurs-Teilnehmern vorbei. Dabei wird auch die fertig gebrannte Ware abgeholt. "Ich mag es, im Wohnzimmer vor dem großen Fenster zu sitzen und zu beobachten, wie die Glasuren langsam ihre wahren Farben annehmen", so Karaca. "Auch das Knistern und Knacken, wenn sich der Ton mit der Hitze ausdehnt und dann wieder zusammenzieht, ist irgendwie beruhigend."
Karaca ist nicht die einzige Besitzerin einer Dachgeschosswohnung, die sich etwas dazuverdient. Andere werden etwa als stromsparende Hochtemperaturöfen von der Metallverarbeitungsindustrie genutzt oder von Vulkanforschern angemietet, um Erkenntnisse über die physikalischen Bedingungen zu gewinnen, bei denen Stein zu Lava wird.
dan, ssi
