Berlin (dpo) - Es ist der Tag der Arbeit, doch ausgerechnet viele Arbeiter treten ihn mit Füßen. Laut Statistischem Bundesamt bleiben auch in diesem Jahr am 1. Mai rund drei Viertel aller Angestellten ihrem Arbeitsplatz fern. Anstatt produktiv zu sein, frönen sie lieber dem Müßiggang. Diesen Umstand kritisierte jetzt Bundeskanzler Friedrich Merz scharf.
"Was ist das denn für eine Arbeitsmoral? Haben hier einige den Ernst der Lage nicht begriffen?", schimpfte Merz. "Was spricht denn dagegen, den Tag der Arbeit auch tatsächlich zur Arbeit zu nutzen – etwa in einer 16-Stunden-Doppelschicht?"
Besonders dreist: Die meisten Arbeitnehmer lassen sich für die eigenwillige Zelebrierung ihrer "Arbeit" auch noch volles Gehalt auszahlen. "Man sollte diesen Tag besser als 'Tag der Faulheit' bezeichnen", so der Bundeskanzler. "Ich würde ihn ja sofort abschaffen, aber mit den Sozen ist da wieder nichts zu machen."
Dass der Tag auch noch genau vor einem Wochenende und nur zwei Wochen vor einer weiteren Woche mit Feiertag (Christi Himmelfahrt) liege, an dem schon wieder nicht gearbeitet wird, sei einfach nur frech.
Wer eine dermaßen entsetzliche Arbeitsmoral an den Tag lege, so Merz, dürfe sich nicht wundern, wenn er den Rest des Jahres unterbezahlt und ausgebeutet wird.
ssi, dan; Foto: picture alliance / Andreas Gora
