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Dienstag, 22. Dezember 2020

Netzagentur warnt: Millionen Haushalte langfristig ohne WLAN, weil Kinder über Weihnachten nicht heimfahren, um "das Internet zu reparieren"

Bonn (dpo) - Wirft Corona die Digitalisierung um Jahre zurück? Weil Teenager und junge Erwachsene in diesem Jahr oft ihre Großeltern oder Eltern nicht an Weihnachten besuchen werden, könnten bald tausende, vielleicht gar Millionen Haushalte ohne Internet dastehen.

"Tatsächlich basieren große Teile der deutschen Netzinfrastruktur darauf, dass ältere Menschen wenigstens einmal im Jahr von jüngeren Menschen zu Hause besucht werden", erklärt Informatikerin Sonja Struwe von der Bundesnetzagentur. "Das ist der Moment, in dem alle im Laufe des Jahres angesammelten IT-Probleme mit einem Schlag gelöst werden können. Bleibt dieser wichtige Besuch aus, könnte der Digitalstandort Deutschland um Jahrzehnte zurückgeworfen werden."

Neben Problemen mit der Internet-Konnektivität ("Was? Du hast noch nicht versucht, es einmal aus- und wieder einzuschalten?!?!") werden bei Besuchen jüngerer Verwandter auch Programm-Installationen durchgeführt ("So, Omi, jetzt sollte der Granny Simulator laufen"), das Abbestellen von Push-Nachrichten erledigt ("Ok, Papa, jetzt kann dir der Postillon keine Meldungen mehr schicken."), nützliche Tastenkombinationen erklärt ("Du musst nicht immer alles abtippen, wenn du STRG+C und dann STRG+V nutzt… Nein, Mama, Abtippen ist nicht einfacher.") sowie allgemeine Internettipps vermittelt ("Nein, Opa, das sind keine echten Hausfrauen aus deiner Nachbarschaft!").

Die Sorgen der Netzagentur scheinen berechtigt: Für Rentner Erich Becker aus Quedlinburg etwa ist ausbleibender Verwandtenbesuch ein Horrorszenario.

"Mein WLAN geht seit Oktober nicht mehr. Der Hund hat den Zettel mit meinem Skype-Passwort gefressen und ich habe eine E-Mail von einem nigerianischen Prinzen, bei der ich nicht weiß, ob ich sie beantworten soll", so der 68-Jährige. "Das kann doch alles nicht bis Weihnachten 2021 warten! Die Behörden in Abuja haben eine Frist gesetzt und die muss eingehalten werden."

Ob er es auch schade finde, sein Kind und seine Enkel zum Fest der Liebe nicht in den Arm nehmen zu können? "Hmm? Jaja klar, das ist auch ne blöde Sache", erwidert Becker gedankenversunken, während er versucht, seinen Drucker mit einem alten TV-Kabel an seinen Rechner anzuschließen. "Wo ist denn hier jetzt der SCART-Eingang an dem Mistding?"

dmu, ssi, dan; Fotos: Shutterstock
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