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G20-Gipfel: Lawrow lässt Putin entschuldigen und hat als Entschädigung Tee für alle dabei

Bali (dpo) - Es ist eine ungewohnt herzliche Geste auf dem internationalen Parkett: Beim G20-Gipfel auf Bali ließ der russische Außenminister Sergei Lawrow heute Wladimir Putin entschuldigen, der nicht an dem Treffen teilnimmt. Als kleine Wiedergutmachung brachte der Diplomat selbstgekochten Tee für die ganze Runde mit.

"Ganz liebe Grüße aus dem Kreml soll ich ausrichten", so Lawrow. "Wladimir wäre so gerne hier gewesen, aber er hat aktuell sehr viel zu tun. Sie kennen's sicher: Spezialoperationen, Brückenreparaturen und dergleichen. Aber nehmen Sie als Zeichen seines Wohlwollens einen Schluck von diesem köstlichen russischen Tee erlesener Qualität. Mmmh, wie der duftet!"

Doch die anderen Gipfelteilnehmer hatten offenbar nicht mit dem großzügigen Geschenk gerechnet. "Ah non! Ich vertrage leider überhaupt keinen Tee", bedauerte etwa der französische Präsident Emmanuel Macron. "Danke, aber ich hatte eben schon einen Liter Tee", meinte US-Präsident Joe Biden. Der britische Premierminister Rishi Sunak lehnte ebenfalls ab: "Wir Briten mögen Tee nicht so besonders."

Ähnlich äußerten sich auch der indonesische Staatspräsident Joko Widodo ("Ich habe leider eine Tassenallergie"), Argentiniens Präsident Alberto Fernández ("Meine Religion verbietet mir den Teegenuss"), Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ("Tee ist mir zu pikant"), Indiens Präsident Narendra Modi ("Ich mache gerade Trockenfasten"), Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ("Ich trinke ausschließlich Espresso"), Japans Premierminister Fumio Kishida ("In der japanischen Kultur wäre es eine Beleidigung, dieses Geschenk anzunehmen"), Kanadas Premierminister Justin Trudeau ("Meine Mama hat gesagt, ich darf keinen Tee von Fremden trinken"), Mexikos Präsident Andrés Obrador ("Ich achte auf meine schlanke Linie"), Saudi-Arabiens König Salman ibn Abd al-Aziz ("Ich habe meinen Vorkoster leider nicht dabei"), Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa ("Ich trinke aus ethischen Gründen keinen Sud aus Pflanzenleichen"), Südkoreas Präsident Yoon Suk-yeol ("Sorry, ich muss ganz dringend Pipi"), der türkische Präsident Recep Erdogan ("Ohne Kekse trinke ich keinen Tee"), Chinas Präsident Xi Jinping ("Ich setze aus wie besprochen, zwinker") sowie Bundeskanzler Olaf Scholz ("Den Genuss von Heißgetränken muss ich erst mit meinen Koalitionspartnern abklären").

Enttäuscht packte Lawrow anschließend die Teekanne wieder zurück in ihre luftdichte Hochsicherheitsbox. "Okay, wenn Sie nicht wollen! Es war nur nett gemeint."

Inzwischen versucht der russische Außenminister Beobachtern zufolge, einzelne Staatsoberhäupter unter einem Vorwand ("Brauchen Sie nicht auch dringend frische Luft? Sie wirken so blass!") in die Nähe eines geöffneten Fensters zu locken.

tla, dan, ssi; Foto: Shutterstock, Imago
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