In unserer Ratgeber-Rubrik gehen wir Alltagsproblemen auf den Grund. Ein Team anerkannter Experten aus allen Fachgebieten freut sich, Ihnen weiterhelfen zu können.
Heute will Henrik T. (29) aus Düsseldorf wissen:
Wenn man einen Wasserfall herunterfällt und dabei nach oben schwimmt, dämpft das dann den Aufprall?
Für den Postillon antwortet Physiker Dr. Jochen Streit:
Foto: ShutterstockIn der Tat raten Survivalexperten genau zu diesem Trick, falls man in eine Situation gerät, in der man einen Wasserfall hinabstürzt. Zunächst sollte man sich jedoch orientieren, wo oben und unten ist. Denn schwimmt man in die falsche Richtung, beschleunigt man seinen Fall nämlich sogar noch unabsichtlich, was fatale Folgen haben kann.
Anschließend sollte man mit mindestens 300 Zügen pro Minute so kraftvoll wie möglich nach oben schwimmen. Hierfür ist am besten der Schmetterlingsstil geeignet – notfalls sind jedoch auch Kraulen, Brustschwimmen oder Rückenschwimmen besser als nichts.
Zusätzlich empfiehlt es sich, kurz vor dem Sturz tief Luft zu holen, um für zusätzlichen Auftrieb zu sorgen und damit die Fallgeschwindigkeit weiter zu reduzieren.
Geübte Schwimmer können es so sogar schaffen, nicht nur ihren Sturz abzufedern, sondern eine Hochschwimmgeschwindigkeit in Höhe der Wasserfallgeschwindigkeit zu erreichen und so für Äußere Betrachter scheinbar in der Luft stillzustehen.
Mehr noch: Topathleten in Wettkampfschwimmkleidung wiederum kann es gelingen, die Wasserfallgeschwindigkeit zu überschreiten und somit die Spitze der Kaskade zu erklimmen. Allerdings gilt es als sehr schwierig, die Wasserfallkante zu überschwimmen, da hierfür eine stark gekrümmte Schwimmhaltung nötig ist.
Ähnlich verhält es sich übrigens in der umgekehrten Situation, wenn man etwa in Island oder im Yellowstone-Nationalpark überraschend von unten von einem Geysir getroffen und hochgeschleudert wird. Dann allerdings sollte man schnellstmöglich nach unten schwimmen, um die Hochkatapultierhöhe zu senken und weicher zu landen. Auch auf das Luftholen sollte dabei verzichtet werden, da zusätzlicher Auftrieb hier kontraproduktiv wäre.
Haben auch Sie eine Alltagsfrage an den Postillon? Schreiben Sie uns an [email protected]
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