Stuttgart (dpo) - Ach wie ärgerlich! Der Bau des Stuttgarter Tiefbahnhofs Stuttgart 21 verzögert sich wohl um weitere vier bis sieben Jahre. Der Grund: Aufgrund eines Flüchtigkeitsfehlers der Bauleitung wurde der gesamte unterirdische Bahnhof versehentlich kopfüber gebaut. Nun muss er abgerissen und neu errichtet werden.
"Leider hat einer der Verantwortlichen den Plan für das Terminal in der entscheidenden Bauphase unbemerkt falsch herum gehalten", erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn. "Das kann selbst auf den besten Baustellen mal vorkommen."
Dabei wurden leider einige eindeutige Warnsignale übersehen. "Ich habe mich schon gewundert, warum die Gleise entlang der Decke verlaufen", gibt ein Vorarbeiter zu. "Aber ich dachte dann, dass das vielleicht für so Züge wie bei der Wuppertaler Schwebebahn ist."
Bemerkt wurde der Fehler erst, als der laufende Betrieb mit Testpassagieren simuliert werden sollte und alle Reisenden nach Betreten des Bahnhofs mehrere Meter in die Tiefe stürzten. "Der Bahnsteig an Gleis 4, wo sie eigentlich hin sollten, lag unerreichbar über ihnen an der Decke der Halle", berichtet ein weiterer Arbeiter. "Da wusste ich, dass etwas nicht stimmt."
Doch es gibt auch gute Nachrichten. Laut einem Sprecher der Bahn seien die Kosten für den Abriss und Neubau des verkehrt herum errichteten Terminals erfreulich niedrig: "Sie belaufen sich auf gerade einmal 00,0000000008 Euro – halt, Moment!" – der Sprecher stockt und dreht das Blatt mit seinen Notizen um. "Ach nee, vergessen Sie's. Wird doch ganz schön teuer."
ssi, dan
