München (dpo) - Eichhörnchen gelten als niedliche, aber auch ängstliche und nervöse kleine Nagetiere. Nun haben Forscher der TU München durch gentechnische Veränderungen erstmals ein Eichhorn gezüchtet, das keine dieser Schwächen aufweist und in der Hierarchie des Waldes deutlich weiter oben steht.
"Es ist uns gelungen, den DNS-Strang zu isolieren, der dafür sorgt, dass Eichhörnchen klein und knuffig aussehen und scheu sind", erklärte Prof. Dr. Patricia Hörbisch, die die Forschung leitet. "Dann haben wir ihn gezielt abgeschaltet."
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein Eichhorn wird um ein Vielfaches größer als sein niedliches Pendant. Es klettert gerne auf Bäume, um dort Nester zu verwüsten und Äste abzubrechen. Auf dem Speiseplan des Tieres stehen hauptsächlich Kokosnüsse und Proteinpulver.
Vor Raubtieren wie Füchsen, Mardern oder Greifvögeln muss sich das Eichhorn nicht fürchten: "Einem ausgewachsenen Fuchs kann ein Eichhorn mit einem gezielten Schlag das Kreuz brechen", so Hörbisch. "Wir gehen davon aus, dass es seinen bisherigen Platz in der Nahrungskette des Waldes verlassen wird, da es faktisch keine natürlichen Fressfeinde mehr hat."
Nach dem großen Erfolg bei der Forschung am Eichhorn will das Team noch weitere, bislang als eher schwach und zierlich geltende Tierarten "entniedlichen". Derzeit wird in München unter anderem daran geforscht, ein Frett, ein Kanin, eine Rotkehle, ein Meerschwein, einen Glühwurm, einen Silberfisch, einen Erdmann und ein Seepferd zu züchten.
anh, ssi, dan; Foto: Shutterstock + KI