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Montag, 18. Mai 2020

Saisonfinale! - Der reguläre 34. Spieltag in der Zusammenfassung

Die ganze Welt blickte am Wochenende nach Deutschland, um den vermeintlichen 26. Spieltag der Bundesliga zu verfolgen. Dabei wurde einmal mehr verschwiegen, dass die einzig wahre Bundesligasaison 2019/20 schon seit Wochen vom Postillon exklusiv und dem Originalspielplan folgend fortgeführt wurde – mit mehr Publikum, mehr Toren, mehr Spannung! Verfolgen Sie hier das große Finale im Meisterkampf! Zum letzten Mal präsentiert der Postillon alle Spiele, alle Tore, alle Ergebnisse und die aktuelle Tabelle (bisher erschienen: Spieltag 26, Spieltag 27, Spieltag 28, Spieltag 29, Spieltag 30, Spieltag 31, Spieltag 32, Spieltag 33).

34. Spieltag

Samstag, 16.05., 15.30 Uhr
Werder Bremen - FC Köln
0:0
Highlights des Spiels: Werder scheint noch in Jubelstimmung nach dem vorzeitigen Klassenerhalt. Die Mannschaft hat offenbar die ganze Woche durchgefeiert, einige haben sogar noch ihr Trikot vom letzten Spieltag an. Der Spielwille ist deshalb bei den Hanseaten auch gering ausgeprägt, der Anstoß erfolgt mit zwei halbleeren Beck's Gold, danach torkelt der Ball etwas unbeholfen durch die eigenen Reihen, dreht sich mehrfach um die eigene Achse und fällt dann kurz vor der eigenen Eckfahne um. Die Kölner, für die es um nichts mehr geht, lassen sich von der Stimmung anstecken und packen das Halbzeitkölsch aus. Es folgt viel Klein-Klein im Mittelfeld (ca. 0,2 Liter jeweils). Ein gefährlicher Aufstoß von Cordoba bleibt das einzig nennenswerte. Der Schiedsrichter pfeift nach 90 Minuten aus dem letzten Loch, beide Mannschaften bleiben erschöpft auf dem Rasen liegen.

Union - Düsseldorf
1:0 (0:0)
Highlights des Spiels: Beide Mannschaften ärgern sich, dass sie ausgerechnet an dem Tag und zu der Uhrzeit auf dem Platz stehen müssen, an dem der Meisterschaftskampf entschieden wird. Also beschließen Spieler, Trainer und Fans kurzerhand, lieber gemeinsam über den Großbildschirm im Stadion die Bundesliga-Konferenz auf Sky zu verfolgen.
Und es sind spannende 90 Minuten. Während die 22 Spieler von Union und Düsseldorf im Schneidersitz auf dem Rasen mitfiebern, stehen die Fans auf den Rängen und feuern die anderen Mannschaften an.
Kurz vor Ende der Partie stolpert Düsseldorfs Kevin Stöger beim Aufstehen unglücklich über den neben ihm liegenden Ball, der daraufhin ins eigene Tor kullert.
Damit gewinnt Berlin hochverdient mit 1:0 gegen völlig desolate Düsseldorfer, die zurecht auf dem letzten Platz der Tabelle stehen und nächstes Jahr in Liga zwei spielen.

Gladbach - Hertha
18:21
Die Partie startet mit einer echten Hiobsbotschaft: Kurz nach Einlaufen beider Mannschaften ins Stadion stellt Schiedsrichter Manuel Gräfe fest, dass der Ball fehlt. Dieser wurde von den Verantwortlichen schlichtweg vergessen. Glücklicherweise findet sich in den Katakomben des Borussia Parks noch ein Federball-Set. Nach kurzer Diskussion einigen sich beide Teams darauf, die Partie über ein spannendes Badminton-Match zu entscheiden.
Beide Kapitäne treten gegeinander an. Nach 25 Minuten ist das Spiel entschieden, Hertha gewinnt mit 21:18. Die Zuschauer sind begeistert. Selten haben die Berliner in dieser Saison so überzeugen können.
Szene des Spiels:

VFL Wolfsburg - FC Bayern München
2:3 (2:0)
Highlights: Die letzte Chance auf die Meisterschaft wahrend haben die Bayern nochmal alles mobilisiert, was sie auf Lager haben. Immerhin gilt es, einen Rückstand von 41 Toren auf Platz 1 aufzuholen. Klinsmann setzt auf Thomas Müller, reaktiviert aber auch Gerd Müller, Uli Hoeneß, Jean-Pierre Papin, Stefan Effenberg, Patrik Andersson, Sammy Kuffour, Mehmet Scholl (zur Einwechslung) und Jan Schlaudraff (für die Bank). "Diese Mannschaft hat genug Titel geholt und weiß, wie es geht!", so Klinsmann gegenüber den neugierigen Reportern. Die alten Herren brauchen etwas, um ins Spiel zu kommen und geraten schnell mit zwei Toren in Rückstand, zeigen dann aber zusehens, was noch in ihnen steckt. Jan Schlaudraff hält die Bank 90 Minuten über durchgehend warm. Sammy Kuffour knockt versehentlich in der Halbzeitpause Funktionär Oliver Kahn aus und hält sonst die Wolfsburger Stürmer in Schach.
Gerd Müller gelingt dann nach 60 Minuten der Anschlusstreffer, kurz darauf wird er für Mehmet Scholl ausgewechselt. Auf der Bank schütteln Hoeneß und Effenberg verärgert die Köpfe – für sie wird es heute keine Spielminuten mehr geben.
Schließlich verwandelt Patrik Andersson zwei indirekte Freistöße in der Nachspielzeit (90+6, 90+17) souverän zum späten Bayern-Sieg. Wird es reichen? Wenn alle direkten Konkurrenten verlieren und Leverkusen mit mindestens 0:42 untergeht, können es die Bayern noch schaffen. Wie sieht es bei den anderen Spielen aus? Wir geben weiter nach Augsburg.

FC Augsburg - RB Leipzig:
5:5 (0:5)
Highlights des Spiels: Leipzig will endlich den ersten Titel. Damit nichts schiefgeht, braut Druide Mateschitz frisch den Zaubertrank in den Katakomben des Augsburger Stadions. Alle Spieler bekommen einen großen Schluck davon – außer Timo Werner, der als Kind in den Topf gefallen ist. Die Rechnung scheint aufzugehen: Die Leipziger rasen und toben unaufhaltsam über das Feld und führen zur halbzeit mit 5:0. In der Halbzeit will RB auf Nummer sicher gehen und verabreicht jedem Spieler (auch Werner) noch eine zweite Dosis. Eine fatale Entscheidung, denn das war zu viel, vor allem, da der Druide das Taurin zu hoch dosiert hat. Leipzig spielt nach der Pause nervös und bekommt das Zittern. Kontrollierte Ballaktionen sind nicht mehr möglich, Augsburg hat leichtes Spiel, legt sich den Gegner zurecht und schafft am Ende noch den verdienten Ausgleich. Bayern ist damit endgültig raus. Reicht das unentschieden für Leipzig?

Eintracht Frankfurt - SC Paderborn
1:4 (0:2)
Highlights des Spiels: Die Ostwestfalen haben sich vorgenommen, sich trotz des vorzeitigen Abstieges anständig aus der Bundesliga zu verabschieden. Deshalb tragen alle Spieler einen Zylinder, den sie während des Spiels immer wieder anheben und sich anschließend verbeugen. Auch Taschentücher werden gewedelt, Luftküsse verteilt sowie Abschiedsbriefe geschrieben. Ganz nebenbei gewinnen die Paderborner mit 4:1.
Paderborn ist abgestiegen, plant aber schon jetzt, über den Umweg über die zweite Liga, die dritte Liga, die Regionalliga und wieder zurück, schnellstmöglich in die Bundesliga zurückzukehren.
Szene des Spiels: 

Borussia Dortmund - TSG 1899 Hoffenheim
0:1 (0:0)
Highlights des Spiels: Holt sich Dortmund zum neunten Mal in der Vereinsgeschichte den Meistertitel? Fest steht: Sollte Leverkusen gegen Mainz patzen, haben die Borussen beste Chancen. Und so rennen die Schwarzgelben zu Hause ab der ersten Minute unermüdlich gegen das Tor der Gäste aus Hoffenheim an. Doch Hoffenheim macht hinten alles dicht. Torwart Oliver Baumann hat vor dem Anpfiff mit Hilfe mehrerer handelsüblicher Spanplatten eine passgenaue Abdichtung für das Tor installiert. So scheitern insgesamt 59 Torschüsse der Dortmunder an der robusten Barriere. Hoffenheim dagegen durchweg harmlos – erst in der 84. Minute gelingt Andrej Kramaric das Freistoßtor, das Dortmunds Titelträume endgültig begräbt.

Bayer 04 Leverkusen - 1. FSV Mainz 05
3:3 (3:0)
Highlights des Spiels: Sehen wir hier den neuen Deutschen Meister? Leverkusen reicht ein einfacher Sieg, um den großen Traum endlich wahr werden zu lassen. Und tatsächlich spielen die Leverkusener von Beginn an stark. Mainz zeigt kaum Gegenwehr. Verdienter 3:0-Halbzeitstand. Die Fans skandieren "Nie wieder Vizekusen!" und "Meister 04 Leverkusen!". Doch die Spieler spüren plötzlich den Druck. In der zweiten Halbzeit werden sie fahrig. Immer weniger scheint ihnen zu gelingen. Mainz trifft in der 54. und in der 84. Zuletzt vergessen die Leverkusener vor lauter Nervosität, wie man aufrecht geht und kriechen über den Platz wie Schnecken. Das nutzt Mainz-Stürmer Robin Quaison eiskalt aus und lupfen über Torwart Lukas Hradecky zum 3:3 Endstand. Dennoch: Auch mit einem Unentschieden scheint die Meisterschaft sicher zu sein, da alle direkten Konkurrenten zuvor verloren haben und Freiburg mindestens 11 Tore gutmachen müsste.
Die Szene des Spiels zeigt Havertz, der als einer der wenigen Leverkusener immerhin noch krabbeln konnte:

Freiburg - Schalke
11:0 (0:0)
Highlights des Spiels: Mittelgute Partie mit einer moderaten Leistungssteigerung bei den Freiburgern in der zweiten Halbzeit, die mit elf Toren belohnt wird. Erst als auch die Ergebnisse der anderen Spiele bekanntgegeben werden, beginnen die Menschen im Stadion zu verstehen, was gerade passiert ist. Freiburg ist Deutscher Meister! Chaos! Freude! Freiburg-Coach Christian Streich jubelt so energetisch, dass er zu seiner eigenen Sicherheit mit einem Betäubungsgewehr gestoppt werden muss. Freiburg bekommt jetzt die Meisterschale. Tolle Bilder! Überhaupt ein tolles Finale einer tollen Saison! Wäre es nicht genauso geschehen, hätte man es erfinden müssen. Wahnsinn!

Und so sehen die Endplatzierungen der einzelnen Vereine aus:

Anmerkung in eigener Sache:
Nach diesem packenden letzten Spieltag steht fest: Diese Saison wird wohl als eine der spannendsten der letzten Jahre in die Geschichte eingehen. Bereits jetzt hat der große Erfolg der Bundesliga-Fortführung durch den Postillon Nachahmer und Trittbrettfahrer angezogen. So veranstaltet derzeit der zwielichtige Verein DFB eigene Spiele und versucht sie als authentisch zu verkaufen – dabei ist nicht einmal echtes Publikum in den Stadien zu sehen. Damit Fußballfans nach Ende der Saison dennoch weiterhin auf ihre Kosten kommen, werden wir diese traurige Farce ab dem kommenden Wochenende kritisch begleiten.
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